Letzte Chance: FIX IT! – Appell für Bauwende an der TU Wien!

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Die Ausstellung "FIX IT!" an der TU Wien fordert eine Wende von Neubau zu Sanierung, um CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Die Ausstellung "FIX IT!" an der TU Wien fordert eine Wende von Neubau zu Sanierung, um CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Die Ausstellung "FIX IT!" an der TU Wien fordert eine Wende von Neubau zu Sanierung, um CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Letzte Chance: FIX IT! – Appell für Bauwende an der TU Wien!

Die Wanderausstellung „FIX IT!“ an der Technischen Universität Wien schließt heute ihre Tore und hinterlässt einen wichtigen Appell für einen Wandel in der Baubranche. Initiiert von „Architects for Future“ und unterstützt von der europäischen Bürgerinitiative „House Europe!“, fordert die Ausstellung eine radikale Wende weg vom Neubau hin zur kreativen Nutzung und Sanierung bestehender Gebäude. Dabei wird insbesondere auf den hohen Verbrauch an grauer Energie eingegangen, der beim Abriss von Gebäuden verloren geht. Diese Thematik steht im Zentrum der Diskussion um die zukünftige Ausrichtung der Baukultur in Österreich, einem Land, das größtenteils als „fertig gebaut“ gilt, wie die Diplomarbeit „Zukunft Bauen?“ von Alina Bärnthaler aufzeigt.

Graue Energie, also der kumulierte Energieaufwand von der Herstellung bis zur Entsorgung von Baumaterialien, hat einen wesentlichen Einfluss auf die Nachhaltigkeit von Gebäuden. Laut einer Analyse machen diese Energieaufwendungen etwa 25% der Gesamtemissionen konventionell gefertigter Gebäude aus. Ein Neubau kann bis zu 60% des gesamten Lebenszyklusenergieverbrauchs aus grauer Energie bestehen. Umso wichtiger ist es, bestehende Gebäude sinnvoll zu sanieren, anstatt sie abzureißen, wie auch Werkstadt München betont.

Die Forderungen der Initiative

Die Bürgerinitiative „House Europe!“ strebt an, bis Ende Januar 2026 eine Million Unterschriften zu sammeln, um den Umbau von Gebäuden zu erleichtern und sozialverträglicher zu gestalten. Die Forderungen beinhalten:

  • Renovierungen und Umbauten sollen einfacher werden.
  • Die Kosten für solche Maßnahmen müssen gesenkt werden.
  • Die Maßnahmen müssen sozial verträglich gestaltet werden.

Partner der Initiative sind unter anderem die IG Architektur und das Architekturzentrum Wien (Az W). Die Bauindustrie trägt erheblich zu den CO₂-Emissionen und dem Abfallaufkommen bei; eine ganzheitliche Lebenszyklus-Betrachtung ist daher dringend erforderlich, um den Wandel zur neuen Norm zu machen.

Der Weg in die Zukunft

Die präsentierten Diskussionen während der Ausstellung zeigen, dass unter Architektur-Studierenden ein wachsendes Bewusstsein für die Problemsituation der Abrisskultur entsteht. Des Weiteren sind internationale Zertifizierungen wie LEED und DGNB wichtig, um nachhaltige Baupraktiken voranzutreiben. Der Gebäudesektor hat etwa neun Prozent an den globalen CO₂-Emissionen, und ein Umdenken ist notwendig, um diesen Wert nachhaltig zu senken. Während die Treibhausemissionen im Bauwesen zwar jährlich zurückgehen, zeigt der zunehmende Bedarf an ressourcenschonenden Materialien, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, um die Bauindustrie grundlegend zu transformieren.

Nach dem Ende der Ausstellung an der TU Wien, die vom 22. bis 25. Januar 2026 ins Wiener Amerlinghaus zieht, bleibt das Ziel klar: Eine Million Unterschriften für die Initiative „House Europe!“ sammeln und den notwendigen Wandel in der Baubranche anstoßen. Der Baubestand muss als wertvolle Ressource begriffen und kreativ weiterentwickelt werden, um nachhaltig wirtschaften zu können.