Zu viele Fahrradbügel in Währing? Parkplätze werden rar!
Überfüllte Fahrradbügel an der Währinger Kreuzung sorgen für Diskussionen. Bei Anwohnern steigt die Parkplatznot, während Radverkehr wächst.

Zu viele Fahrradbügel in Währing? Parkplätze werden rar!
In Währing sorgt die hohe Dichte an Fahrradbügeln an der Kreuzung Herbeckstraße/Alseggerstraße für Aufregung. Ein kritisches Posting eines Anwohners hat eine rege Diskussion in den sozialen Medien angestoßen. Der Nutzer bemängelt, dass bereits drei Radständer-Batterien an dieser Stelle installiert sind und weitere in der nahen Umgebung aufgestellt wurden. Viele User stimmen zu und weisen darauf hin, dass die Radbügel kaum genutzt werden und gleichzeitig wertvolle Parkplätze für Autos verloren gehen. Gerade in einem Viertel, das ohnehin Probleme bei der Parkplatzsuche hat, sorgt diese Entwicklung für Frustration.
Die zuständige Magistratsabteilung MA 46 hat in einer Stellungnahme auf den ansteigenden Radverkehr in Wien hingewiesen. Laut ihren Daten könnten im Jahr 2024 bereits 11% der Wiener im Alltag das Fahrrad nutzen. Die zahlreichen Fahrradbügel sind nicht ohne Grund platziert: Sie dienen als Abstellmöglichkeiten, insbesondere in der Nähe von Schulen wie der Volksschule am Bischof-Faber-Platz, und sollen zudem die Sicht auf Fußgänger an Schutzwegen freihalten, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Doch die Balance zwischen Radverkehr und Parkplatzangebot wird weiterhin Thema bleiben, wenn auch die Nutzung der Fahrradbügel nicht rechtfertigt, dass weitere installiert wurden.
Wachstum der Radinfrastruktur in Wien
Die Stadt Wien hat 2023 ein ehrgeiziges Projekt zur Verbesserung der Radinfrastruktur gestartet. In einem umfassenden Rückblick werden 53 neue Projekte genannt, die viele bereits abgeschlossen sind. Insgesamt wurden 20 Kilometer neue Radinfrastruktur geschaffen, was Investitionen von fast 35 Millionen Euro nach sich zog. Mobilitätsstadträtin Ulli Sima hebt hervor, dass dieses Engagement für das Radwegenetz unabdingbar ist und es noch viel Raum für Verbesserungen gibt. Einige Projekte sind baulich bereits abgeschlossen, während andere nur auf die finale Markierung warten, die mit den wärmeren Temperaturen im kommenden Jahr realisiert werden sollen.
Im Mittelpunkt dieser Bemühungen stehen wichtige Projekte wie der Mega-Radhighway in der Praterstraße und der Aspernbrückengasse sowie eine neue Fahrradstraße in der Pfeilgasse. Auch in der Donaustadt und in Favoriten liegt der Fokus auf der Sicherheit und der baulichen Trennung der Radwege, um sowohl Radfahren als auch Autofahren harmonisch zu gestalten.
Statistiken und Entwicklungen im Radverkehr
Das Radverkehrsnetz in Wien umfasst mittlerweile fast 1.789 Kilometer. Dieses breit gefächerte Netz beinhaltet Radwege, gemischte Geh- und Radwege sowie zahlreiche andere Einrichtungen, die das Radfahren in der Stadt erleichtern. Dazu zählen auch die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer, die auf ca. 366 Kilometern ermöglicht wird. Mit rund 67.000 öffentlichen Radabstellplätzen ist Wien bestens auf die steigende Nachfrage nach Fahrradmöglichkeiten vorbereitet.
Die Entwicklungen in der Radinfrastruktur zeigen, dass Wien auf einem guten Weg ist, den Radverkehr zu fördern und gleichzeitig die Bedürfnisse der Autofahrer nicht aus den Augen zu verlieren. Doch die Herausforderungen, wie die hitzige Debatte um die Fahrradbügel in Währing, zeigen, dass eine enge Abstimmung und ein respektvoller Dialog zwischen den Verkehrsteilnehmern unbedingt notwendig sind, um in der wachsenden Stadt ein harmonisches Miteinander auf den Straßen zu schaffen.
MeinBezirk berichtet, dass …
FahrradWien informiert über die Entwicklungen …
Wien.gv.at liefert mühevoll recherchierte Statistiken …