Es gibt Geschichten, die das Leben schöner machen, selbst in den dunkelsten Zeiten. Dies trifft auf die 49-jährige Marianne zu, die trotz ihrer schweren Erkrankung einen Herzenswunsch hatte: ein Konzert ihres Lieblingssängers Xavier Naidoo zu besuchen. Sie wird in einem Hospiz betreut, wo Musik für sie über die Jahre hinweg eine unverzichtbare Kraftquelle war. Die Zeit im Hospiz ist oft mit Reflexion und Emotionen verbunden. Dank des Engagements des Vereins Rollende Engel konnte ihr Wunsch in Erfüllung gehen.
Marianne blickte auf ihr Leben zurück und empfand den Drang, sich einmal mehr von der Musik berühren zu lassen. Da schien der Konzertbesuch unerreichbar, doch das Hospiz nahm Kontakt mit den Rollenden Engeln auf, um Mariannes Wunsch Realität werden zu lassen. Organisator Florian Aichhorn trat mit dem Management von Xavier Naidoo sowie dem Veranstalter in Kontakt und schon bald war alles vorbereitet für einen unvergesslichen Abend.
Ein Weg voller Emotionen
Am Abend des Konzerts wurde Marianne von medical geschulten Ehrenamtlichen in einem speziellen Fahrzeug zur Wiener Stadthalle gebracht. Dort, vor rund 14.000 anderen Konzertbesuchern, konnte sie das Event von einem geeigneten Platz aus verfolgen. Die Wunscherfüller blieben an ihrer Seite, um ihre medizinischen Bedürfnisse während des Konzerts zu unterstützen. Vor dem Auftritt erhielt Marianne eine Autogrammkarte, die von Xavier Naidoo persönlich mit einer Widmung verziert war.
Die mitreißenden Songs, namentlich „Dieser Weg wird kein leichter sein“ und „Abschied nehmen“, bewegten sie und ihren Partner zutiefst. „Die Töne und die Texte haben mich an meiner Seele gepackt!“, so die emotionale Resonanz von Marianne. Es war eine ergreifende Bühnenshow, begleitet von stimmungsvollem Licht und herzlichem Applaus aus dem Publikum. Nach mehr als zwei Stunden voller Glück und Erinnerungen kehrten Marianne und ihr Lebenspartner in das Hospiz zurück, wo sie still und dankbar über den Abend nachdachten.
Die Rolle des Hospizwesens
Diese rührende Erfahrung zeigt nicht nur die Bedeutung von Musik in schwierigen Lebenslagen, sondern auch die wichtige Arbeit der Hospizbewegung. Diese begann in den 1960er Jahren und hat sich mittlerweile zu einem unverzichtbaren Teil der Palliativversorgung entwickelt. Hospizarbeit unterstützt schwer erkrankte Menschen und ihre Angehörigen, um ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Der Fokus liegt eher auf Lebensqualität und emotionaler Unterstützung als auf Heilung, was eine große Erleichterung für Betroffene darstellt. In Deutschland gibt es mittlerweile rund 282 stationäre Hospize, die einen ähnlichen Dienst leisten.Diakonie traktierte diese Entwicklung, die maßgeblich durch ehrenamtliche Bürger initiiert wurde.
Die Initiative von Marianne und dem Verein Rollende Engel verdeutlicht eindrucksvoll, wie wichtig es ist, auch in schwierigen Zeiten die kleinen Dinge zu feiern. Sie hat nicht nur einen persönlichen Traum gelebt, sondern auch gezeigt, wie wertvoll Gemeinschaft und Unterstützung sein können. Dank solcher Veranstaltungen können auch noch so schwere Zeiten einen Hauch von Magie und Hoffnung mit sich bringen.