Einsamkeit nach den Feiertagen: Blue Monday als stille Pandemie erkennen!
Am 18.01.2026 thematisiert der Artikel den Blue Monday und die soziale Einsamkeit in Österreich, unterstützt von Caritas-Initiativen.

Einsamkeit nach den Feiertagen: Blue Monday als stille Pandemie erkennen!
Der 18. Januar ist ein besonderer Tag, denn er fällt auf den dritten Montag im Januar, besser bekannt als Blue Monday. Dieser Tag steht sinnbildlich für das Stimmungstief, das viele nach den besinnlichen Feiertagen erlebt: Die weihnachtliche Freude ist vergangen, die bunten Lichter sind abgebaut und der Alltag hat wieder Einzug gehalten. Experten bezeichnen diesen Tag als den deprimierendsten des Jahres, so auch der britische Psychologe Cliff Arnall. Wir sehen uns mit unrealistischen Erwartungen konfrontiert, die oft aus den festlichen Tagen resultieren.
Doch die Herausforderungen gehen weit über persönliche Enttäuschungen hinaus. Angesichts der aktuellen Teuerung, weltpolitischen Unsicherheiten und der erschreckenden Gewalt gegen Frauen, exemplifiziert durch zwei Femizide in Österreich seit Jahresbeginn, ist es kein Wunder, dass die Stimmung vieler Menschen im Keller ist. Eine besonders alarmierende Entwicklung hat die Caritas der Erzdiözese Wien aufgedeckt: Über 600.000 Menschen in Österreich fühlen sich mehr als die Hälfte der Zeit einsam, so eine aktuelle Studie. Klaus Schwertner, Direktor der Caritas Wien, bezeichnet Einsamkeit als „stille Pandemie“, die dringend auf die politische Agenda gehört.
Einsamkeit als gesellschaftliches Phänomen
Einsamkeit betrifft besonders Menschen mit geringem Einkommen, und alarmierende 17 Prozent der Befragten gaben an, ihre Sozialkontakte wegen steigender Lebenshaltungskosten eingeschränkt zu haben. Schwertner fordert eine verstärkte Gegenwehr gegen diese Entwicklung. „Der gesellschaftliche Zusammenhalt kann nur durch die Bekämpfung von Einsamkeit gestärkt werden“, betont er. Dies kann durch spezielle Förderungen, die Einsetzung eines Regierungsbeauftragten für Einsamkeit sowie ressortübergreifende Strategien erreicht werden.
Die Caritas bietet mit ihrem Plaudernetz eine hervorragende Möglichkeit an, mit Menschen in Kontakt zu treten, die oft niemanden zum Reden haben. Seit dem Projektstart im April 2020 wurden bereits über 55.000 Gespräche geführt. 2024 war ein Rekordjahr mit 2.413 Anrufen, ein Anstieg von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist erfreulich zu sehen, dass sich derzeit rund 4.100 Freiwillige bei diesem Projekt engagieren.
Engagement in der Gemeinschaft
Die Nachfrage nach Initiativen wie dem Plaudernetz spricht eine deutliche Sprache: Der Bedarf an Begegnungsmöglichkeiten und Austausch ist stark gestiegen. Die Caritas hat auch über 100 Plauderbankerl sowie mehr als 40 Wärmestuben in Wien und Niederösterreich etabliert. Zudem werden innovative Wohnformen für gemeinschaftliches Wohnen ab 55 Jahren getestet, um dem wachsenden Bedürfnis nach sozialer Vernetzung gerecht zu werden.
Insgesamt ist es an der Zeit, das Problem der Einsamkeit in Österreich ernst zu nehmen und aktiv an der Bekämpfung zu arbeiten. Es braucht einen nationalen Aktionsplan, der verschiedene gesellschaftliche Akteure einbezieht. Diese stille Pandemie muss bekämpft werden, denn nur durch Miteinander und solidarisches Engagement können wir eine bessere und verbundenere Gesellschaft gestalten, die auch in schwierigen Zeiten zusammenhält.