Das ehemalige Rütgersgelände in Buchholz, ein Areal von rund 16 Hektar, ist seit 1986 brachliegend und steht nun im Zentrum der städtebaulichen Entwicklung der Region. Geplant ist das neue Stadtquartier „Lerchenpark“, das etwa 1.260 Wohnungen sowie zwei Kindertagesstätten, einen Park und eine Sporthalle integrieren soll. Diese ambitionierten Pläne, die auf einer Fläche von 15,2 Hektar realisiert werden sollen, sind jedoch nicht ohne Schwierigkeiten, insbesondere in Bezug auf die dringend benötigte östliche Umfahrungsstraße, den Ostring, dessen Genehmigung weiterhin umstritten ist. Der Streit um diese Maßnahme könnte die Umsetzung der gesamten Pläne ins Stocken bringen, wie Buchholz Aktuell berichtet.
Die Rütgers GmbH hat das schadstoffbelastete Gelände, das früher zur Holzimprägnierung genutzt wurde, an die WHM Lerchenpark Buchholz GmbH verkauft. Der Verkaufspreis betrug 6,5 Millionen Euro. Die Sanierung des Geländes gestaltet sich als große technische Herausforderung, da erhebliche Boden- und Grundwasserkontaminationen festgestellt wurden. Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Arsen und Schwermetalle wurden nachgewiesen. Für die geplante Sanierung sind rund 20 Millionen Euro veranschlagt, und die Arbeiten sollen schrittweise in mehreren Phasen durchgeführt werden, was auch eine enge Abstimmung mit dem Landkreis Harburg erfordert. Austrasse Zürich hebt hervor, dass die erste Maßnahme bereits im Februar 2024 begonnen hat: die Entfernung von Bäumen und Büschen auf der Südfläche des Geländes.
Sanierungs- und Entwicklungszeitplan
Das Sanierungsprojekt wird hinsichtlich seiner Umsetzung in klare Phasen untergliedert. Dabei sollen zuerst die soil-kontaminierten Areale gesäubert werden, bevor mit dem Bau der neuen Wohnungen begonnen werden kann. Der Plan sieht vor, dass die Sanierung der Südfläche bis Mitte 2026 abgeschlossen ist. Für die Nordfläche gibt es jedoch noch keinen klaren Zeitrahmen, da die Verantwortung für die Grundwassersanierung weiterhin bei der Rütgers GmbH liegt. Zudem wird der erste Bauabschnitt, der 640 Wohnungen umfassen soll, angepeilt, das als erstes umgesetzt wird. Ein genauer Baubeginn ist momentan jedoch noch unklar.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den verkehrlichen Aspekten der Planung. Eine verkehrstechnische Untersuchung hat ergeben, dass der erste Bauabschnitt zwar realisierbar ist, jedoch mit Einschränkungen einhergeht. Prognosen rechnen mit etwa 1.600 zusätzlichen Fahrzeugfahrten pro Tag, was vor allem in den Spitzenstunden zu einem Anstieg von etwa 150 Fahrten führen könnte. Die Stadt Buchholz hat daher den Stadtbaurat ermächtigt, ein detailliertes Mobilitätskonzept von der Lerchenpark GmbH anzufordern, um die anstehenden Herausforderungen zielführend zu bewältigen.
Blick in die Zukunft
Die Idee hinter dem „Lerchenpark“ ist mehr als nur eine Neubebauung – es ist ein Schritt hin zu einer modernen und lebenswerten Stadtentwicklung. Die Umwandlung brachliegender Industrieflächen in attraktive Wohn- und Lebensräume ist in der heutigen Zeit eine der zentralen Herausforderungen. Wenn das Projekt wie geplant realisiert wird, könnte es nicht nur zur Schaffung neuer Wohnräume führen, sondern auch zur Belebung des umliegenden Stadtteils.
Für weitere Informationen zur Entwicklung und den anstehenden Sitzungen, in denen offene Fragen behandelt werden sollen, ist ein Termin für den 6. Mai avisiert. Die Stadt hält an dem Ziel fest, ein integriertes und nachhaltiges Stadtquartier zu schaffen. Die Bürger sollen auch aktiv in die Planungen einbezogen werden, unter anderem durch Informationsveranstaltungen und einen „Tag der offenen Baufläche“. Es bleibt also spannend, wie sich die Lage rund um das Rütgersgelände weiterentwickeln wird.