In Buchholz, einer Stadt, die seit 1986 mit dem brachliegenden Rütgersgelände zu kämpfen hat, gibt es nun konkrete Pläne zur Revitalisierung des Areals. Auf etwa 15,2 Hektar soll ein neues Stadtquartier namens „Lerchenpark“ entstehen, das rund 1.260 Wohnungen, zwei Kitas, einen Park und eine Sporthalle umfasst. Die Entwicklung wird jedoch von einem zentralen Streitpunkt begleitet: der Notwendigkeit einer östlichen Umfahrung, dem sogenannten Ostring, ohne die das Projekt nicht realisierbar sein wird. Der Streit um diese Maßnahme ist bereits vorprogrammiert, da sich das Gelände in einen nördlichen (11,2 Hektar) und einen südlichen Bereich (4 Hektar) unterteilt, getrennt durch die Straße Heidekamp.

Das Architekturbüro Jens Heitmann sowie die Landschaftsarchitekten von Mera und Claussen-Seggelke haben einen Entwurf vorgelegt, der drei Quartiere vorsieht: ein urbanes Bahnhofsquartier mit blockartigen Gebäuden, ein aufgelockertes Quartier am Park mit einem zentralen Platz und ein dörflich-anmutendes Südquartier mit Reihenhäusern. Die Wohnungsangebote werden dabei in geförderten Wohnungsbau, freien Mietwohnungsbau und Eigentumswohnungen aufgeteilt, jeweils etwa ein Drittel. Autofreie Zonen sollen das Bahnhofsquartier und das Quartier am Park prägen, während Stellplätze in Tiefgaragen untergebracht werden.

Sanierung und Herausforderungen

Die Bodenkontamination, die durch die frühere Nutzung des Geländes als Imprägnierwerk verursacht wurde, stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Die Sanierungskosten für die kontaminierten Flächen belaufen sich auf etwa 29 Millionen Euro. Ein Sanierungsplan für die Südfläche wurde im September 2023 aufgestellt, während der Plan für die Nordfläche noch in Arbeit ist und bis Mai oder Juni 2024 beschlossen werden soll. Die Sanierung ist notwendig, da der Boden mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Arsen und Schwermetallen belastet ist.

Die Rütgers GmbH, die das Areal 6,5 Millionen Euro an die WHM Lerchenpark Buchholz GmbH verkauft hat, bleibt bis zur vollständigen Grundwasserreinigung verantwortlich. Für die Sanierung sind insgesamt 20 Millionen Euro eingeplant, die von beiden Firmen aufgebracht werden. Die ersten Maßnahmen sehen die Entfernung von Bäumen und Büschen auf der Südfläche vor, die im Februar 2024 beginnen sollen. Eine Schritt-für-Schritt-Sanierung ist der Plan, um die umfangreiche Kontamination zu bewältigen.

Verkehr und Mobilität

Die verkehrstechnische Untersuchung zeigt, dass der erste Bauabschnitt mit 640 Wohnungen umsetzbar ist, jedoch mit Einschränkungen. Prognosen deuten auf etwa 1.600 zusätzliche Fahrzeugfahrten pro Tag hin, wobei in der Spitzenstunde mit ca. 150 Fahrten zu rechnen ist. Der Stadtbaurat fordert von der Lerchenpark GmbH ein detailliertes Mobilitätskonzept, um die Verkehrssituation nachhaltig zu gestalten.

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Die zweite und dritte Bauabschnitte sind ohne die östliche Umfahrung nicht realisierbar. Für die ersten Bauarbeiten ist der früheste Baubeginn jedoch unklar, und die Öffentlichkeit wird über Informationsveranstaltungen und einen „Tag der offenen Baufläche“ in den Planungsprozess einbezogen.

Insgesamt zeigt das Projekt „Lerchenpark“ die Herausforderungen und Möglichkeiten, die mit der Umwandlung brachliegender Industrieareale in lebenswerte Stadtquartiere verbunden sind. Die Sanierung und Entwicklung des Rütgersgeländes ist ein Beispiel für moderne Stadtentwicklung, die nicht nur ökologische, sondern auch soziale Aspekte berücksichtigt. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen können Sie in diesem Artikel nachlesen, sowie in diesem Blogbeitrag.