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In den Wiesen und Gärten rund um Wien gibt es sie, die besonderen kleinen Geschöpfe unserer Natur: Hummeln. Eine ganz besondere Art ist die Keusche Kuckuckshummel, wissenschaftlich bekannt als Bombus vestalis. Diese charmanten Brutparasiten sind nicht nur außergewöhnlich in ihrem Aussehen, sondern auch in ihrer Fortpflanzungsstrategie.

Die Keusche Kuckuckshummel zählt zur Untergattung der Kuckuckshummeln und ist bekannt dafür, die Nester anderer Hummeln zu übernehmen, vor allem von der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris). Dabei zeichnet sie sich durch ein auffälliges Aussehen aus: Ihre Körperfarbe ist hauptsächlich schwarz, mit einem markanten orangefarbenen „Kragen“ und gelben sowie weißen Behaarungen am Hinterleib. Die Weibchen können bis zu 21 Millimeter groß werden, während das Männchen mit 16 Millimetern deutlich kleiner ausfällt. Ein interessantes Merkmal dieser Hummelart ist das Fehlen von Pollenbehältern an den Hinterbeinen, da sie selbst keine Nester baut oder Nahrungsressourcen sammelt und stattdessen auf die Arbeit der Wirtsarbeiterinnen angewiesen ist, um ihre Brut großzuziehen, wie Wikipedia berichtet.

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Fortpflanzung und Lebenszyklus

Im frühen Frühling, gleich nachdem die überwinterten Königinnen ihre Winterruhe beendet haben, machen sich die Keuschen Kuckuckshummeln auf die Suche nach geeigneten Nistplätzen. Dabei orientieren sie sich am Geruch von Pheromonen, die von den Arbeiterinnen ihrer Wirtsart hinterlassen wurden. Wenn eine Kuckuckshummel in das Nest eindringt, kann es zu dramatischen Auseinandersetzungen kommen, denn die Königin tötet oft die Wirtkönigin, um selbst die Kontrolle über das Nest zu übernehmen. Die Übernahme des Wirt-Nestes hängt stark von dessen Größe ab; bei kleinen Nestern ist die Überlebenswahrscheinlichkeit der Kuckuckshummel höher. Familiengarten Tipps erklärt, dass das Schlüpfen der eigenen Brut nicht in Form von Arbeiterinnen erfolgt, sondern nur Männchen und Weibchen, die im Spätsommer zur Fortpflanzung entwickelt werden.

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Die Fütterung der Kuckuckshummeln erfolgt durch die Wirtsarbeiterinnen. Diese werden hormonell manipuliert, sodass sie die Brut der Kuckuckshummel aufziehen. Damit endet der Lebenszyklus für die Wirtsarten jäh, da keine neuen Arbeiterinnen mehr produziert werden. Diese Manipulation ist der Schlüssel für den überlebenswichtigen Fortpflanzungserfolg der Kuckuckshummeln, die unter ihrem eigenen Nestgeruch operieren, um nicht sofort als Feind erkannt zu werden.

Bedrohung und Verbreitung

Die Keusche Kuckuckshummel hat sich von Südschweden bis Nordafrika und von Irland bis zum nördlichen Iran verbreitet. Dabei wurde sie in Deutschland als mäßig häufig und in der Schweiz sowie Belgien als gefährdet eingestuft. Ihre erste Sichtung in Schottland liegt erst im Jahr 2009 zurück, in Irland galt sie lange Zeit als nahezu ausgestorben, bevor 2014 im Saint Enda’s Park in Rathfarnham erneut eine Population entdeckt wurde. Solche Fakten unterstreichen die Bedeutung des Artenschutzes, denn einige ihrer „Wirtshummeln“ sind ebenfalls gefährdet. Auch wenn die Keuschen Kuckuckshummeln als Brutparasiten auf die Hummeln angewiesen sind, zeigt ihre Existenz, wie komplex und verzahnt unsere Ökosysteme sind.

Schließlich ist zu beachten, dass Kuckuckshummeln wie die Bombus vestalis unter Schutz stehen. Daher ist es nicht nur wichtig, sie zu schätzen, sondern auch, ihre Lebensräume zu bewahren. Um einen Befall in Hummelnestern zu vermeiden, wird empfohlen, das Einflugloch während der Brutpflege der Hummelkönigin tagsüber zu schließen. Diese kleinen, tüchtigen Tiere sind also nicht nur faszinierend anzusehen, sondern auch unverzichtbar für die Gesundheit unserer Umwelt.