Heute ist der 13.03.2026. In den letzten Monaten haben die Benzinpreise in Deutschland eine besorgniserregende Entwicklung genommen. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Preise stark gestiegen, und Deutschland hat im Vergleich zu anderen EU-Ländern besonders hohe Benzinpreise. Um dieser Preissituation entgegenzuwirken, plant die Merz-Regierung nun, das sogenannte „Österreich-Modell“ an Tankstellen einzuführen. Diese Maßnahme sieht vor, dass Tankstellen in Zukunft nur einmal am Tag ihre Preise erhöhen dürfen. Die Änderung des Kartellrechts soll zusätzlich gegen künstlich hochgehaltene Kraftstoffpreise vorgehen.

Wettbewerbsökonom Justus Haucap hat jedoch Bedenken geäußert, dass Deutschland nur eine von zwei wesentlichen Komponenten des österreichischen Modells übernimmt. In Österreich zeigt eine Preisvergleichs-App, die die 50 Prozent billigsten Tankstellen anzeigt, echten Preisdruck, was in Deutschland fehlt. Diese zweite Komponente könnte einen signifikanten Einfluss auf die Preisdämpfung haben. Laut ADAC gaben die Spritpreise am Donnerstag leicht nach, blieben jedoch auf hohem Niveau. Die Durchschnittspreise am Mittwoch lagen bei 2,011 Euro für Super E10 und 2,134 Euro für Diesel. Zum Vergleich: Im Februar lag der Dieselpreis im Monatsschnitt bei rund 1,72 Euro, der Benzinpreis bei 1,76 Euro.

Das Österreich-Modell im Detail

In Österreich ist das „Österreich-Modell“ seit 2011 in Kraft. Dieses Regelwerk erlaubt Preiserhöhungen nur einmal täglich um 12 Uhr, während Preissenkungen beliebig oft vorgenommen werden können. Die Bundesregierung in Deutschland, vertreten durch CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, hat angekündigt, diese Maßnahme ebenfalls einzuführen, um die hohen Preise zu regulieren. Der Bundesrat hatte die Bundesregierung bereits im November 2025 aufgefordert, das Modell zu prüfen. Im ersten Halbjahr 2025 zählte das Bundeskartellamt im Durchschnitt 22 Preisänderungen pro Tankstelle und Tag, was die Notwendigkeit einer Regulierung unterstreicht.

Das österreichische Wirtschaftsministerium bezeichnet die Regelung als zweckmäßig und zufriedenstellend, da sie das Vertrauen der Verbraucher stärkt. Diese Regelung wurde kürzlich bis Ende 2028 verlängert, um Pendler nicht zu benachteiligen. Kritische Stimmen befürchten jedoch, dass Mineralölkonzerne die Preise bei der erlaubten Erhöhung stark anheben könnten. Studien deuten darauf hin, dass das Modell in Österreich zu Preissenkungen geführt haben könnte, doch es gibt auch Bedenken, dass Preise zu Beginn zu hoch angesetzt werden könnten. Experten äußern, dass der mittägliche Preissprung ungünstig ist, da Sprit oft kurz vor Mittag am billigsten ist.

Die Preisunterschiede zwischen Deutschland und Österreich

Ein weiterer Blick auf die Preise zeigt, dass in Österreich Sprit im Vergleich zu Deutschland deutlich billiger ist. Superbenzin E5 kostet dort rund 37 Cent pro Liter weniger, während Diesel etwa 25 Cent pro Liter günstiger ist. Die Durchschnittspreise in Österreich lagen am 2. März bei ca. 1,96 Euro für Diesel und etwas mehr als 1,70 Euro für Benzin. Am ersten Montag im März lagen die Preise sogar bei etwa 1,45 Euro für Benzin und rund 1,50 Euro für Diesel. Diese Preisunterschiede verdeutlichen die Notwendigkeit einer effektiven Regulierung in Deutschland.

Insgesamt zeigt die geplante Einführung des „Österreich-Modells“ in Deutschland, dass die Bundesregierung einen Schritt in die richtige Richtung unternimmt, um die hohen Benzinpreise zu regulieren. Ob die Maßnahme jedoch die gewünschte Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Es wird entscheidend sein, die Entwicklungen genau zu beobachten und gegebenenfalls weitere Anpassungen vorzunehmen, um den Verbrauchern in Deutschland faire Preise zu garantieren. Mehr Informationen zu den Hintergründen und den aktuellen Preistrends finden Sie in unserem Artikel hier sowie hier.