Im Herzen Wiens, in der Argentinierstraße, tut sich einiges im ikonischen Funkhaus. Ab Ende Jänner 2026 beginnen die Arbeiten für den Neubau „Solo“. Dieses ambitionierte Projekt wird die altehrwürdige Location mit einem sechsgeschossigen Holz-Hybrid-Neubau bereichern, der 35 Wohnungen umfasst und bis Ende 2027, Anfang 2028 fertiggestellt sein soll. Die erfahrenen BWM Architekten sind für das Design verantwortlich und legen großen Wert auf eine harmonische Verbindung zum Bestandsgebäude.

Der Neubau wird in der innovativen „CREE“-Bauweise realisiert, bei der industriell vorgefertigte Holz-Hybrid-Elemente zum Einsatz kommen. Diese Vorgehensweise bietet nicht nur statische Vorteile, sondern trägt auch aktiv zum Klimaschutz bei. Dabei wird die Holzhybridbauweise genutzt, die Holz mit stabilisierenden Materialien wie Beton und Stahl kombiniert. Diese Kombination hilft, den CO2-Abdruck zu verringern, Geräuschemissionen zu senken und die Bauzeit zu verkürzen.

Ein Blick auf die Bauarbeiten

Bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen, wird zunächst der Wurzelschutz für die Bäume installiert, die den Neubau umgeben. Im Anschluss kommen 55 Geothermie-Sonden zum Einsatz, gefolgt von der Errichtung einer Tiefgarage. Der nachhaltige Bauansatz wird auch durch die Verwendung von Brettsperrholz (CLT) unterstrichen, das hervorragende Dämm- und Brandschutzeigenschaften aufweist, sowie eine leichte Handhabung ermöglicht.

Die Fassade des Neubaus wird mineralisch gestaltet, um den Brandschutzanforderungen zu genügen. Mehr als 60 % der Bauelemente werden vorgefertigt, was zu einem verminderten Materialeinsatz und einer umweltfreundlichen Bauweise beiträgt. „Holz wird zum Hauptbaustoff, um Klimafreundlichkeit, Vorfertigung, sowie Feuchtigkeitsregulierung und Wärmedämmung zu optimieren“, so ein Blick auf die aktuelle Holz-Hybrid-Bauweise.

Wohnen im Funkhaus

Im Bestandsgebäude des Funkhauses, das selbst aus den 1930er-Jahren stammt, wird ebenfalls kräftig investiert. In den Bauteilen „Echo“ und „Coda“ werden 22 Wohnungen saniert und errichtet. Damit wird nicht nur der historische Charme des Gebäudes erhalten, sondern auch modernem Wohnkomfort Rechnung getragen. Hochgelegene Räume, Holzböden und großzügige Grundrisse sollen den zukünftigen Bewohner:innen ein behagliches Zuhause bieten.

Ein ganz besonderes Detail wird das geplante Balkongerüst am Zubau „Coda“ sein, das eng mit dem Neubau verwoben wird. Um die Aufenthaltsqualität vor dem Funkhaus zu steigern, wird der Vorplatz entsiegelt und in eine grüne Begegnungszone verwandelt. Zudem sind in den Planungen ein Hotel und kulturelle Angebote integriert, was das Gesamtkonzept von Wohnen, Arbeiten und Kultur in dieser urbanen Oase abrundet.

Preise und Ausblick

Die modernen Wohnungen im Neubau „Solo“ werden eine Größe von 42 bis 201 m² aufweisen und gibt es bereits ab ca. 10.500 Euro pro m² zu haben. Im Vergleich dazu kosten neue Eigentumswohnungen im 4. Bezirk im Schnitt ca. 8.000 Euro pro m². Wer nun auf Mietwohnungen schielt, muss mit etwa 15 Euro pro m² rechnen. Die Entwicklungen im Funkhaus sind also nicht nur ein Gewinn für die Architektur Wiens, sondern auch eine Chance für zukünftige Bewohner:innen.

Während die Bauarbeiten also in Kürze beginnen, bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt weiterentwickeln wird und welche positiven Impulse es für die Nachbarschaft bringen wird. Eines ist jedoch sicher: Das Funkhaus wird zu einem echten „gestapelten Grätzel“ und bekräftigt Wiens Position als Vorreiter in Sachen nachhaltige Stadtentwicklung.