Am 8. März 2026 heißt es in Wien wieder „Take Back the Streets“. Die von Amnesty International unterstützte Demo beginnt um 13:12 Uhr vor der Stadthalle und zieht ab 14:30 Uhr über die Burggasse in Richtung Held:innenplatz. Es wird ein eindringlicher Aufruf zur Wahrung der Frauenrechte erfolgen, denn diese werden weltweit nicht immer als Menschenrechte anerkannt. Auch in Österreich sieht die Realität düster aus – fast jede vierte Frau erlebt sexualisierte Gewalt, häufig durch Männer.
„Was bedeutet Gleichberechtigung wirklich?“, wird sich manch eine wohl fragen, während am Straßenrand zum Protest aufgerufen wird. Trotz allgemeiner Feststellungen, dass Gleichberechtigung bereits erreicht sei, zeigen Erfahrungen dieser Art, dass die Realität ganz anders aussieht. Häufig stammen solche Aussagen von Männern, die selbst nicht betroffen sind. In vielen Lebensbereichen, von Haushalt bis Arbeitsplatz, erleben Frauen Diskriminierung. Diese Wahrheit ist erbärmlich und erfordert Aufmerksamkeit.
Der Weg zur Gleichstellung
Statistiken machen das Ausmaß an geschlechtsspezifischer Gewalt deutlich: In Deutschland wird alle 45 Minuten eine Frau Opfer von versuchter oder vollendeter gefährlicher Körperverletzung durch Partnerschaftsgewalt. Bei uns in Österreich sind ähnliche Tendenzen zu beobachten. Jährliche Erhebungen zeigen, dass 30% der Frauen weltweit physische oder sexualisierte Gewalt durch ihren Partner erleben. Diese alarmierenden Fakten sind nur die Spitze des Eisbergs, wenn man das Gesamtthema betrachtet.
Amnesty International fordert unter anderem eine Reform des Sexualstrafrechts, das die aktive Zustimmung – besser bekannt als „Nur Ja heißt Ja“ – in den Mittelpunkt stellt. Diese Forderung wird bei der Demo am 8. März lautstark vertreten. Die Bewegung setzt sich für ein besseres Verständnis und mehr Akzeptanz der erheblichen Probleme ein, mit denen Frauen konfrontiert sind. Wir müssen uns der systematischen Unterdrückung bewusst werden, die durch gesellschaftliche Strukturen aufrechterhalten wird.
Wirtschaftliche Abhängigkeit und Altersarmut
Die Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit umfasst nicht nur Gewalt und Diskriminierung, sondern auch wirtschaftliche Faktoren. Dreiviertel der Pflege- und Sorgearbeit wird von Frauen geleistet – oft unbezahlt. Diese unsichtbare Arbeit trägt erheblich zur ökonomischen Abhängigkeit vieler Frauen bei. In Europa verdienen Frauen im Schnitt 14% weniger als Männer, in Deutschland sind es sogar 18%. Dies führt dazu, dass viele Frauen am Ende ihrer beruflichen Laufbahn mit einer geringeren Rente dastehen und stärker von Altersarmut betroffen sind.
Die aktuelle Situation ist also beunruhigend: Viele Frauen sind finanziell von ihren Partnern abhängig oder arbeiten im informellen Sektor, wodurch sich ihre Möglichkeiten zur Flucht aus gewaltsamen Beziehungen enorm einschränken. Während der Corona-Pandemie haben zudem Gewaltverbrechen gegen Frauen zugenommen, und Frauenhäuser sind überbelegt.
Die Demo am 8. März ist eine Möglichkeit, für Veränderungen einzutreten und gemeinsam für die Rechte aller Frauen zu kämpfen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich auf dem Instagram-Kanal @takeback_8m. Hier heißt es, auf die Straße zu gehen und sich lautstark für Gleichberechtigung und Frauenrechte einzusetzen. Denn eines ist klar: Veränderungen beginnen jetzt!
Weitere Details, über die aktuelle Lage der Frauenrechte und die anstehenden Protestaktionen, werden von Amnesty International und Amnesty Deutschland laufend aktualisiert.