In Wien tut sich einiges in der Kaffeehauslandschaft. Während das traditionsreiche Café Mocca, das seit Mai 2023 leer steht, unter neuer Führung wieder zurückkommt, kämpft das Café Wortner in Wieden um seine Existenz. Während das eine Café auf eine Wiederbelebung hofft, sieht sich das andere mit einem Konkursverfahren konfrontiert.
Das Café Mocca in der S-Bahn-Station Gersthof wird nun von der Centimeter-Gruppe betrieben, die das Lokal für zehn Jahre gepachtet hat. Geschäftsführer Heinz Pollischansky plant eine umfassende Modernisierung, ohne jedoch den traditionellen Charme des Lokals zu verlieren. Ein neues Konzept sieht auch die Erweiterung um eine Weinbar vor, und der Schanigarten wird mit Loungemöglichkeiten aufgewertet. Die Eröffnung des überarbeiteten Cafés ist für den Frühsommer 2024 angestrebt, wobei derzeit noch Ausmistungsarbeiten im Lokal erforderlich sind.
Die Herausforderungen des Café Wortner
<pIm Gegensatz dazu steht das Café Wortner, das 1880 von Ferdinand Wortner gegründet wurde und zu den ältesten Kaffeehäusern in Wien zählt. Das Traditionshaus hat finanzielle Schwierigkeiten, die zu einem Konkursverfahren geführt haben. Geschäftsführer Oliver Janele gab an, dass die Verbindlichkeiten bei etwa 300.000 Euro liegen, wobei das Finanzamt der Hauptgläubiger ist. Aktuell sind 35 Mitarbeiter im Wortner beschäftigt, und die Entscheidung der Gläubiger über einen vorgelegten Sanierungsplan wird maßgeblich über die Zukunft des Cafés und seiner Angestellten entscheiden.
Ein Blick auf die Kaffeekultur in Wien
Die Herausforderungen, vor denen diese beiden Cafés stehen, sind Teil eines größeren Trends, der die Wiener Kaffeehauskultur betrifft. Bereits 1947 thematisierte Hans Moser das Caféhaus-Sterben. In den letzten zehn Jahren haben über ein Dutzend traditioneller Wiener Cafés schließen müssen. Historisch bedeutende Cafés, wie der Griensteidl, wurden umgewandelt und verlieren damit ihren kulturellen Stellenwert. Doch es gibt auch Lichtblicke: Neue Cafés entstehen in Wien, und Menschen aus verschiedenen Ländern ziehen in die Stadt, um Teil dieser reichen Kaffeehaustradition zu werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Wiener Kaffeehauskultur trotz der Herausforderungen in Bewegung ist. Während das Café Mocca mit frischen Ideen aufwartet, bleibt das Schicksal des Café Wortner ungewiss.