In Wien-Währing hat ein schwerer Vorfall am Albertus Magnus Gymnasium für Aufregung gesorgt. Mitte Februar kam es zu einer massiven Überflutung des Schulgebäudes, die nicht nur die Unterrichtsbedingungen erheblich beeinträchtigte, sondern auch zu einem geschätzten Schaden von mindestens 300.000 Euro führte. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Sachbeschädigung, und es gibt Gerüchte, dass ein „Ehemaliger“ der Schule als möglicher Täter in Betracht gezogen wird. Laut der Sprecherin der Vereinigung österreichischer Ordensschulen, Regina Ahlgrimm-Siess, ist die Situation sowohl menschlich als auch finanziell erschütternd.
Bei dem Vorfall wurden Waschbecken verstopft und die Wasserhähne aufgedreht, was dazu führte, dass fast jedes Stockwerk des Schulgebäudes betroffen war. Besonders gravierend ist die Zerstörung in 12 Klassenräumen sowie dem Physiksaal. Während die Schüler nach einer Woche im „Homeoffice“ nun wieder Unterricht erhalten, müssen sie sich vorübergehend in der benachbarten Volksschule einfinden. Die Bedingungen sind nicht optimal – der Unterricht findet im Werksaal statt, was allerdings immer noch besser ist als in Containern. Der genaue Zeitpunkt der Wiederherstellung der beschädigten Bereiche bleibt unklar, und es steht noch zur Debatte, wer die Kosten für die Schäden übernehmen wird.
Ermittlungen und Verdächtigungen
Die Polizei hat inzwischen sechs Schüler der katholischen Privatschule ins Visier genommen, die verdächtigt werden, für den Vandalismus verantwortlich zu sein. Dies hat die Diskussion um Gewalt und Vandalismus an Schulen neu entfacht. Regina Ahlgrimm-Siess hat die Tat als „menschlich und finanziell erschütternd“ bezeichnet und auf die tiefgreifenden Auswirkungen auf die Schulgemeinschaft hingewiesen. Der Vorfall wirft auch Fragen zur Sicherheit und zum Verhalten von Schülern auf, die in den letzten Jahren immer wieder thematisiert werden.
Gerade bei Schulgewalt ist ein Anstieg der Straftaten unter Jugendlichen zu beobachten. Laut aktuellen Studien erleben viele Schüler Gewalt in ihren Schulen, was das Lernen und die persönliche Entwicklung erheblich beeinträchtigen kann. Besonders in sozial benachteiligten Schulen wird das Thema Gewalt stark wahrgenommen. Die PISA-Studie zeigt, dass über 12% der 15-Jährigen mehrmals im Monat Mobbing erfahren. Auch Cybermobbing, das in der heutigen digitalen Welt zunehmend an Bedeutung gewinnt, stellt eine ernstzunehmende Herausforderung dar.
Ein Blick auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Schulen sind im Wandel. Während an Gymnasien Gewalt weniger als Problem wahrgenommen wird, kämpfen viele andere Schulen mit der Realität von Mobbing und Vandalismus. Fast 70% der Lehrkräfte an sozial benachteiligten Schulen berichten von Gewalt, und es ist zu beobachten, dass Jugendliche immer gewaltbereiter werden. Anti-Gewalt-Trainings und Maßnahmen gegen Cybermobbing werden von Eltern und Schulleitern als notwendig erachtet, um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Schüler zu gewährleisten.
Für die Schulgemeinschaft am Albertus Magnus Gymnasium ist die Aufarbeitung des Vorfalls erst der Anfang. Die Frage bleibt, wie solche Taten in Zukunft verhindert werden können und welche Rolle die gesamte Gesellschaft dabei spielt. Die Hoffnung ist, dass durch Aufklärung und präventive Maßnahmen eine positive Veränderung herbeigeführt werden kann, um ein sicheres und förderliches Lernumfeld für alle Schüler zu schaffen.
Weitere Informationen über den Vorfall sind in einem Artikel der Krone und in einem Bericht der Die Presse zu finden.