Der Countdown läuft! Vom 12. bis 16. Mai 2026 findet der 70. Eurovision Song Contest (ESC) in der Wiener Stadthalle statt. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange und die Organisatoren setzen auf ein umfassendes Sicherheitskonzept, das an Flughafensicherheitsstandards angelehnt ist. Damit soll gewährleistet werden, dass sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer unbesorgt die spektakulären Darbietungen genießen können.
ORF-Veranstaltungschef Oliver Lingens hebt hervor, dass die Sicherheit für alle Delegationen höchste Priorität hat. Insgesamt werden 500 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, unterstützt von 180 neuen Kameras, die das Gelände überwachen. Der Zugang zur Stadthalle erfolgt durch strenge Kontrollen: Rucksäcke, Bauch- und Handtaschen sind verboten, erlaubt sind nur persönliche Gegenstände, die in eine Hosentasche passen oder in transparenten Behältern bis maximal A6-Größe aufbewahrt werden können. Zudem müssen alle mitgebrachten Utensilien durch Röntgenstraßen und Metalldetektoren geschleust werden, und auch Hunde kommen zum Einsatz, um potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen.
Boykott und internationale Reaktionen
Ein weiterer Aspekt, der die Veranstaltung betrifft, sind die politischen Spannungen rund um die Teilnahme Israels. Die Europäische Rundfunkunion hat bekannt gegeben, dass Israel am ESC 2026 teilnehmen wird. Dies führte dazu, dass mehrere Länder, darunter Spanien, Irland, die Niederlande und Slowenien, ihren Boykott angekündigt haben, wodurch die politische Brisanz erneut zunimmt. Diese Entscheidungen werden mit der hohen Zahl palästinensischer Opfer während des Gaza-Kriegs begründet. Die ARD hat sich hinter die EBU-Entscheidung gestellt und die Wichtigkeit der Unparteilichkeit betont.
Besonders das Land Irland, das in der Vergangenheit mit sieben Siegen im ESC glänzen konnte, zeigt sich kritisch gegenüber der Teilnahme Israels. Auch Island und andere Länder erwägen Rückzüge oder Boykotte im Zusammenhang mit dem Wettbewerb. Trotz dieser Spannungen, die sich in den letzten Jahren durch antifaschistische Proteste und Boykottaufrufe gezeigt haben, wird die Veranstaltung mit großem Interesse verfolgt.
Sicherheitsvorkehrungen und Besonderheiten
Spannend wird es auch hinsichtlich der Begleitmaßnahmen für ESC-Fans. Auf die Zuschauer warten längere Wartezeiten beim Einlass, da auch hier strenge Kontrollen durchgeführt werden. Tickets werden personalisiert und eine Ausweispflicht beim Eintritt sorgt für zusätzliche Sicherheit. Für größere Taschen werden Schließfächer zur Verfügung stehen.
Das Veranstaltungsmanagement arbeitet eng mit den Behörden und einer speziellen „Cybersecurity Coordination Group“ zusammen, um potenzielle Risiken zu minimieren. Trotz der aktuellen Herausforderungen gibt es bereits innovative Ideen, wie die Gestaltung des Greenrooms als Kaffeehaus, um Künstler und Zuschauer zusammenzubringen.
Um die Veranstaltung noch nachhaltiger zu gestalten, strebt das ORF eine Zertifizierung als „Green Event“ an, wobei die Nutzung erneuerbarer Energien durch eine Photovoltaik-Anlage ebenfalls Teil des Konzepts ist.
Am 26. März 2026 werden Restkarten für den ESC in den Verkauf gehen. Und während die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, bleibt abzuwarten, wie die Stadtregierung auf die Forderungen der Hotelvereinigung reagieren wird, die Öffnungszeiten während der ESC-Woche verlängern möchte.
So oder so, der 70. Eurovision Song Contest verspricht ein aufregendes Event zu werden, das nicht nur musikalisch einiges zu bieten hat, sondern auch gesellschaftliche Debatten anstoßen wird. Es bleibt spannend!