Am 2. März 2023 brachte Anna Netrebko in der Wiener Staatsoper die Rolle der Abigail in Giuseppe Verdis „Nabucco“ auf die Bühne. Die Erwartungen an ihren Auftritt waren hoch, schließlich hatte Netrebko die Rolle bereits in renommierten Städten wie Berlin und Verona gesungen. Doch das lange angekündigte Debüt in Wien wurde von gemischten Kritiken überschattet. Vor der Vorstellung hieß es, die Inszenierung von Günter Krämer sei eher einfallslos, wodurch die Vorfreude der Zuschauer getrübt wurde.

Am Tag der Aufführung gab es dann eine unerwartete Wendung: Netrebko musste kurzfristig absagen, da sie gesundheitlich angeschlagen war. Stattdessen sprang Eliška Weissová aus Prag ein, was insbesondere bei den Stehplatzbesuchern für Unmut sorgte. Einige Zuschauer verließen die Vorstellung vorzeitig, unzufrieden mit der Leistung der Ersatzsängerin, die während ihres Auftritts mit Buh-Rufen bedacht wurde. Doch nicht nur die Darbietung, sondern auch die musikalische Leitung unter Marco Armiliato erhielt positive Resonanz. Er wurde für seine Führung des Orchesters gelobt, was zumindest einen Teil der Zuschauer versöhnte.

Die Handlung von „Nabucco“

„Nabucco“ ist eine Oper in vier Teilen, die sich um die Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar dreht. Im ersten Teil steht Nabucco im Mittelpunkt, der Jerusalem erobert, während die Israeliten im Tempel Zuflucht suchen. Zaccaria, ein Prophet, nimmt Nabuccos Tochter Fenena als Geisel, während sich Ismaele, ein Jude, zwischen Pflicht und Liebe entscheiden muss – eine Entscheidung, die fatal endet. Im weiteren Verlauf entfaltet sich eine dramatische Machtpolitik, in der sowohl Liebe als auch Verrat zentrale Themen sind.

Die Struktur der Oper teilt sich folgendermaßen auf:

  • 1. Teil: Einführung in den Konflikt zwischen Assyrien und Israel.
  • 2. Teil: Nabucco krönt Fenena, doch Intrigen nehmen ihren Lauf.
  • 3. Teil: Machtspiel und Gefangenschaft – die Entwicklung der Hauptcharaktere.
  • 4. Teil: Auflösung der Konflikte und die Erlösung des Volkes.

Kulturelles Angebot in Wien

Die Wiener Staatsoper, seit ihrer Eröffnung im Jahr 1869 ein kulturelles Aushängeschild der Stadt, zeigt regelmäßig Meisterwerke wie „Nabucco“. Die Oper ist vollgepackt mit Geschichte und bedeutenden Inszenierungen, und bietet über 300 Vorstellungen pro Saison. In dieser Saison wurde neben „Nabucco“ auch die Premiere von Gassmanns „L’opera seria“ feierlich gefeiert, und das Wiener Kammerorchester bot Haydns „Messe in Zeiten des Krieges“ im Konzerthaus dar.

Öffentliche Verkehrsmittel zur Staatsoper sind bequem mit der U-Bahn (Linien U1, U2, U4) und verschiedenen Straßenbahnlinien zu erreichen. Für Autofahrer gibt es Parkmöglichkeiten, wie etwa die Kärntnerringgarage, wo man für 8 Stunden um €6,- parken kann.

Mag die Inszenierung auch durchwachsen gewesen sein – die Wiener Staatsoper bleibt ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs, der nach wie vor hoch im Kurs steht. In der nächsten Vorstellung am 27. März wird ein weiterer hochkarätiger Cast die Bühne betreten, und die Vorfreude ist erneut spürbar. Tags darauf soll sich das Publikum wieder auf ein grandioses Opernerlebnis freuen dürfen.