Neues Jugendgefängnis in Simmering: Hoffnung auf Resozialisierung!
Das neue Jugendgefängnis Münnichplatz in Simmering öffnete am 19.01.2026 mit Fokus auf Resozialisierung und Ausbildung.

Neues Jugendgefängnis in Simmering: Hoffnung auf Resozialisierung!
Im Herzen von Simmering hat am vergangenen Montag das neue Jugendgefängnis am Münnichplatz seine Türen geöffnet. Anders als die grimmigen Vorstellungen von Gefängnissen, zeigt sich dieses Haus in einem historischen, früheren Jagdschloss der Habsburger in einem anderen Licht. Doch bei genauerer Betrachtung entdeckt man, dass hier nicht nur Abgeschiedenheit und Strenge herrschen. Stattdessen liegt der Fokus auf der Resozialisierung der Jugendlichen, die hier eine zweite Chance erhalten sollen, während erste Kontroversen über die Nutzung während der Renovierung durch die Volksanwaltschaft laut wurden.
Die neue Justizanstalt bietet Platz für insgesamt 72 junge Männer, wobei aktuell bereits 35 Haftplätze belegt sind. Sechs bis sieben Häftlinge kommen aus der Justizanstalt Josefstadt, deren Jugendabteilung bald aufgelöst werden soll. Dieses hohe Maß an Inhaftierten ist für Österreich untypisch; im Schnitt sind es normalerweise etwa 130 Jugendliche, die inhaftiert sind. Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) weist darauf hin, dass der Fokus verstärkt auch auf der Betreuung von Jugendlichen in Freiheit liegen muss, um eine weitere Kriminalisierung zu verhindern.
Der Alltag im Jugendgefängnis
Der Tagesablauf der Insassen im neuen Jugendgefängnis sieht ein gut strukturiertes Programm vor. Dieses umfasst nicht nur sportliche Aktivitäten in Form von Tischtennis, Basketball und einem Fußballkäfig, sondern auch umfassende Ausbildungs- und Therapieangebote. Jugendliche haben die Möglichkeit, einen von sechs Berufen zu erlernen, darunter Tischler, Maler und Spengler, oder ganz einfach ihren Pflichtschulabschluss nachzuholen. Um die Berufswahl zu unterstützen, gibt es eine kreative Werkstatt, in der sie ihre Neigungen ausloten können.
Das Gebäude selbst, ein geschichtsträchtiges Relikt, hat eine lange Geschichte hinter sich. Zuerst Jagdschloss der Habsburger, später wurde es als Kaserne und Erziehungsanstalt genutzt. Dies bringt nicht nur eine gewisse historische Flair, sondern beeinflusst auch die gegenwärtige Planung. Die zuständige Arbeitsgruppe hat darauf geachtet, geeignete Standards für den Jugendvollzug zu etablieren und Empfehlungen der Volksanwaltschaft in die Planung einfließen zu lassen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Resozialisierung ist nicht nur ein schweres Wort, sondern ein zentrales Anliegen, das sich durch das gesamte Konzept des Jugendgefängnisses zieht. In Deutschland wird im Jugendstrafrecht besonders auf die Erziehung von Jugendlichen Wert gelegt. Ähnlich stehen hier die Bedürfnisse der Jugendlichen im Fokus. Das Ziel ist klar: Ein straffreies Leben soll angestrebt werden, messbar an individuellen Fortschritten während der Haftzeit und darüber hinaus.
Ein ausgefeilter Betreuungsschlüssel mit 48 Mitarbeitern sorgt dafür, dass jeder Insasse die nötige Unterstützung bekommt und sozialen Kontakt pflegen kann. Besuche von Familienangehörigen sind unter bestimmten Bedingungen möglich, was die emotionale Bindung stärkt und den Jugendlichen einen Rückhalt bietet. Die kritischen Stimmen über den Umgang mit Insassen während der Bauarbeiten bleiben im Hinterkopf, doch zahlreiche Stimmen – nicht zuletzt die Volksanwältin Gabriela Schwarz – hoffen auf eine effektive Resozialisierung.
In einer Zeit, in der die Kriminalitätsrate unter Jugendlichen ständig überwacht wird, ist die Eröffnung des neuen Jugendgefängnisses ein Schritt, der beobachtet werden sollte. Es bleibt spannend, wie sich diese Form des Jugendvollzugs in den kommenden Monaten entwickeln wird und ob die Verantwortlichen ein gutes Händchen bei der Integration der Jugendlichen in die Gesellschaft zeigen können.