Was tut sich da im 15. Bezirk? Die Diskussion um das Westbahnareal in Rudolfsheim-Fünfhaus gewinnt immer mehr an Fahrt. Eine engagierte Bürgerinitiative, die sich „WESTBAHNPARK.live“ nennt, setzt sich seit 2018 für die Schaffung eines unverbauten Parks ein. Nun haben sie eine neue Petition ins Leben gerufen, um mehr Druck auf die politischen Entscheidungsfinder auszuüben. Bisher wurden knapp 12.000 Unterschriften gesammelt, von denen rund 4.000 aus dem Wiener Bezirk stammen. Heute berichtet, dass der Wunsch der Bevölkerung klar und eindeutig ist: Ein Park ohne Bebauung.
Nachdem kürzlich die Stadt Wien ihre Planungen für das Areal vorgestellt hat, sind die Wogen hoch. Die Stadtverwaltung betont, dass sie bei der Entwicklung des Gebiets die Bedürfnisse der Anwohner und wichtige Umweltaspekte berücksichtigen will. Experten wie die Landschaftsplanerin Lilli Lička warnen jedoch vor einer Verdichtung, da sie die Bedeutung der Frischluftschneise vom Wienerwald hervorhebt. Auch Architekt Peter Schneider äußert Bedenken bezüglich der möglichen Bebauung des letzten zusammenhängenden Grünstreifens in der Umgebung, der reich an Biodiversität ist.
Geplante Entwicklungen und Bürgerbeteiligung
Das geplante Konzept der Stadt sieht vor, dass etwa zwei Drittel des Westbahnareals als Grünfläche umgestaltet werden. Ein geplanter Landschaftspark auf rund fünf Hektar soll schließlich mehr als viermal so groß sein wie der Reithofferpark. Andreas Baur von der Stadtteilplanung erklärt, dass die Bebauung punktuell erfolgen soll und nur auf bereits versiegelten Flächen. „Es geht nicht um einen reinen Dachgarten“, so Baur, „sondern um vollwertige Grünflächen, die den Lebensraum der Bürger verbessern sollen.“ Aktuelle Nachrichten hebt hervor, dass die Stadtverwaltung bereits zahlreiche Bürgerbeteiligungen organisiert hat und diese auch weiterhin fortführen möchte, um die Anliegen der Anwohner zu hören.
Ein wichtiges Anliegen der Initiative ist die frühzeitige Einbindung der Bürger in den Planungsprozess. Nach den bisher durchgeführten Beteiligungsformaten, an denen über 700 Bürger:innen teilgenommen haben, soll es auch in Zukunft Möglichkeiten geben, sich in die Diskussionen einzubringen. Bis zur geplanten Umsetzung des Projekts, die frühestens 2030 erfolgen wird, möchte die Stadt die Anliegen der Bürger weiterhin berücksichtigen.
Umweltauswirkungen und Zukunftsperspektiven
Die Debatte um das Westbahnareal betrifft nicht nur die Lebensqualität der Anwohner, sondern erfordert auch eine Balance zwischen Grünflächen und ergänzenden Nutzungen. Die Stadt hat ein Faktenpapier veröffentlicht, das die zentralen Punkte des Projekts darlegt und ist bereit, sich den kritischen Stimmen, insbesondere von den Grünen und der Initiative „Westbahnpark“, zu stellen. Straßen und Fußwege sollen die neuen Grünflächen verbinden und eine bessere Erschließung gewährleisten.
Schließlich betont die Stadt Wien, dass sie zwar nicht vorhabe, die gesamte Fläche unverbaut zu halten, aber dennoch versucht, einen Ausgleich zwischen naturnahen Flächen und dem dringenden Bedarf an Wohnraum zu schaffen. „Wir haben kein Interesse daran, die Lebensqualität der Bevölkerung zu gefährden“, heißt es von städtischer Seite. Die geplanten Maßnahmen zur Entsiegelung des Bodens und zu neuen Bepflanzungen sollen zudem das Mikroklima im Bereich deutlich verbessern.
Die Entwicklungen am Westbahnareal sind ein heißes Eisen. Ob die Bürgerinitiative tatsächlich die gewünschten Veränderungen erreichen kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: In Rudolfsheim-Fünfhaus wird weiter über den „Westbahnpark“ diskutiert.



