Das Wiener Derby, das letzte Woche für mächtig Aufsehen sorgte, war zugleich ein Debakel für den SK Rapid Wien. Nach dem verlorenen Spiel gegen die Wiener Austria, das das erste Derby mit Gästefans seit 2024 war, steht der Traditionsverein nicht nur sportlich, sondern auch abseits des Platzes unter Druck. Rapid ist mittlerweile seit zwölf Spielen sieglos und sieht sich aufgrund von Ausschreitungen im Gästeblock mit hohen Strafen konfrontiert. Wie Faszination Fankurve berichtet, hat der österreichische Fußballverband dem SK Rapid eine Geldstrafe von 100.000 Euro auferlegt und zudem strenge Sanktionen hinsichtlich der Gästeunterbringung in der Generali Arena verhängt.
Die Strafen des Senats 1 beinhalten nicht nur diese hohe Geldsumme, sondern auch ein Ticketverbot für Gäste bei künftigen Wiener Derbys und eine Sperre des Block West für drei Heimspiele. Diese Maßnahmen treffen Rapid während der nächsten Partien gegen namhafte Gegner wie den FK Austria Wien, RB Salzburg, Sturm Graz und LASK hart. Auch die Blockierung weiterer Sektoren in den kommenden Spielen dürfte die Stimmung im Stadion nicht gerade heben. Laut Weekend sind die Blöcke 15 bis 18 sowie die Sicherheitssektoren 4 und 5 bis auf weiteres geschlossen.
Ein klarer Appell an die Fans
In einer Stellungnahme hat Präsident Alexander Wrabetz von Rapid die Vorfälle stark bedauert und gleichzeitig eine klare Distanzierung von den Ausschreitungen ausgesprochen. Der Verein verzeichnete zudem Klagen über die sportliche Leistung seiner Mannschaft, die seit der Entlassung von Trainer Peter Stöger im Tabellenkeller festsitzt. Ein Ergebnis, das vielfach als peinlich für den traditionsreichen Verein gewertet wird und das blamable Ausscheiden im ÖFB-Cup nur verstärkt.
Um den Vorfällen beim Derby entgegenzuwirken, hat Rapid zudem gleich von sich aus auf Gästefans bei den Wiener Derbys verzichtet, was zeigt, dass der Verein versucht, der Situation Herr zu werden. Der Einsatz von Pyrotechnik, der nicht nur bei den Anhängern, sondern auch politisch als besorgniserregend gilt, wurde laut Sportschau als einer der Hauptgründe für die verhängten Strafen identifiziert. Die Gefährdung von Gesundheit und Sicherheit im Stadion hat hier oberste Priorität.
Der Blick in die Zukunft
Die Rückkehr an die Tabellenspitze scheint für Rapid in absehbarer Zeit ein schwieriges Unterfangen zu sein. Inmitten von internen und externen Herausforderungen ist der Verein gefordert, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Fans ihren Support ohne Ausschreitungen zeigen können. Die aktuellen Entwicklungen entblößen nicht nur die sportlichen Schwächen, sondern auch die Notwendigkeit, die Verantwortung der Fans und des Vereins füreinander zu thematisieren. Das nächste Heimspiel gegen den FK Austria Wien wird interessant, denn die trockene Stadionatmosphäre könnte eine leise Vorahnung auf die kommenden Herausforderungen geben.
Ob Rapid den direkten Draht zu seinen Fans wieder herstellen kann und den Verein auf die Erfolgsspur zurückbringt, bleibt abzuwarten. Sicher ist, die kommende Zeit wird entscheidend sein, um die Marke Rapid Wien wieder in ein positives Licht zu rücken.