In Wien tut sich was im Bereich der Wissenschaftskommunikation! Der einst als „Science Communication Center“ bekannte Dialog- und Begegnungsort wird nun unter dem Namen „Q. Dein Raum für Wissenschaft“ firmieren. Diese Namensänderung, die auf die symbolische Bedeutung des Buchstabens „Q“ als Abkürzung für „Question“ (Frage) hinweist, soll die Neugier der Besucher anregen und den Ursprung wissenschaftlicher Erkenntnis in den Vordergrund stellen. Die offizielle Eröffnung des neuen Wissenschaftsvermittlungszentrums ist für 2027 geplant und wird die Aula der Wissenschaften in der Wollzeile ablösen. Der Standort wird auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern Platz für Ausstellungen, Mitmachlabors und Austauschformate bieten, die vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene abzielen. Das Projekt wird von den renommierten Trägerorganisationen, der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Universität Wien und der Technischen Universität (TU) Wien, unterstützt. Auch das Wissenschafts- und Bildungsministerium hat sich für die Umsetzung des Vorhabens stark gemacht und stellt ein Budget von 17 Millionen Euro zur Verfügung. Die ersten Inhalte werden ab Mai 2026 in einem „Founding Lab“ in der Predigergasse 3 entwickelt, wo bereits Pop-up-Events in diesem Jahr geplant sind.

Die Initiative „Q“ zielt darauf ab, gesellschaftliche Debatten zu fördern und das Vertrauen in wissenschaftliche Institutionen zu stärken. Die Programmierung wird sich auf die Herausforderungen der heutigen Zeit konzentrieren. Politiker wie Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) und Christoph Wiederkehr (Neos) haben sich bereits positiv über das Projekt geäußert. Holzleitner hebt die Bedeutung von Fragen in der Wissenschaft hervor, während Wiederkehr das „Q“ als Anreiz für junge Menschen sieht, aktiv mitzudenken. Auch andere Vertreter der akademischen Gemeinschaft, wie Heinz Faßmann von der ÖAW und Jens Schneider von der TU Wien, betonen die zentrale Rolle von „Q“ als Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Wissenschaftskommunikation im Fokus

Die Eröffnung des „Q“ in Wien ist nicht nur ein bedeutendes Ereignis für die Stadt, sondern auch ein Teil eines größeren Trends in der Wissenschaftskommunikation. Wissenschaftskommunikation umfasst die Kommunikation aus der Wissenschaft und in die Wissenschaft, gesellschaftliche Debatten sowie Bürgerbeteiligung in Forschungsprozessen. Im Herbst 2020 startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Grundsatzpapier zur Stärkung der Wissenschaftskommunikation, das Maßnahmen zur Förderung und Evaluation von Formaten in diesem Bereich enthält. Die Verantwortung der Wissenschaft in der Wissensgesellschaft wird dabei immer wichtiger.

Initiativen wie der Siggener Kreis und das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) unterstützen den Dialog zwischen Wissenschaftlern und Bürgern. In Deutschland wird jede Jahr ein Wissenschaftsbarometer erstellt, das die Einstellungen und Meinungen der Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung erfasst. Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, dass Wissenschaft nicht nur in Labors stattfindet, sondern auch aktiv in die Gesellschaft getragen wird. Das „Q“ in Wien wird somit ein wichtiger Baustein in diesem umfassenden Bemühen um mehr Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit sein.