Ein traditionsreicher Verein in der Frauenfußballszene ist aktuell im Fokus: Der USV Neulengbach muss sich nach einer negativen Lizenzentscheidung neu orientieren. In der ersten Instanz hat der Senat 5 die Spielgenehmigung für die kommende Saison 2026/27 verweigert, und das aus verschiedenen Gründen – seien es sportliche, infrastrukturelle oder auch finanzielle Mängel. Trotz dieser Rückschläge bleibt die Hoffnung in Neulengbach lebendig, wie Die Presse berichtet.
Der Obmann des Vereins, Thomas Wirnsberger, sieht die Situation jedoch nicht ganz hoffnungslos. Er hat seine Zustimmung zu einer dringend nötigen Rettungsmission gegeben; ein Insolvenzantrag steht derzeit nicht zur Debatte. Das Anwaltsteam des Vereins hat bereits Maßnahmen koordiniert, um die Lizenzverweigerung anzufechten. Ein wichtiger Schritt wird eine Krisensitzung sein, die geplant wurde, um das Commitment der Spielerinnen und das ganze Team hinter der Rettungsaktion zu vereinen.
Die Frist für den Protest
Bis zum 16. April bleibt Neulengbach Zeit, um schriftlich beim Protestkomitee gegen die Entscheidung vorzugehen. Hierzu hat sich eine Gruppe bereit erklärt, finanzielle Garantien zu leisten. Die hohe Motivation und der Zusammenhalt im Team sind auch nötig, denn der Verein ist der letzte verbliebene Bundesligist, der nicht über ein finanzkräftiges Männer-Profiteam verfügt, was die Situation umso schwieriger macht.
Maria Wolf, die Sportdirektorin des Vereins, hebt die bedeutende Rolle von Neulengbach für die Entwicklung des Frauenfußballs in Österreich hervor. Übrigens ist sie eine von nur drei heimischen Trainerinnen mit einer UEFA-Pro-Lizenz. In dieser schwierigen Lage hat der Verein auch Unterstützung und Hilfsangebote erhalten, die zeigen, dass die Gemeinschaft hinter ihnen steht.
Ein Blick auf die Konkurrenz
Ein weiterer Aspekt, der die Situation von Neulengbach verstärkt, ist die Entscheidung des Senats, auch dem Tabellenführer der Zweiten Liga, den Wildcats Krottendorf, die Lizenz zu verweigern. Dieses Schicksal vereint die beiden Teams, auch wenn die Wildcats in einer anderen Liga spielen. Zudem haben die Rapid-Frauen in Wien-Hütteldorf bereits Interesse an den Lizenzfragen der Wildcats signalisiert, was zeigt, wie wichtig die Lizenzvergabe in der Frauenbundesliga für den gesamten Fußball in Österreich ist.
Insgesamt haben in der ersten Lizenzentscheidung lediglich zehn Vereine, darunter der Meister SKN St. Pölten, die Zulassung für die nächste Saison erhalten. Die Entscheidung stellt somit einen Meilenstein für den heimischen Frauenfußball dar, aber für den Traditionsklub Neulengbach ist es ein weiterer Rückschlag. Die Hoffnung auf eine Wende in der zweiten Instanz bleibt jedoch bestehen, und die Gemeinschaft ist fest entschlossen, alles dafür zu tun, um den Verein in der Bundesliga zu halten, so NÖN.