Am Montag, den 26. Februar 2026, erschütterte ein tragischer Vorfall die Gemeinde in Baumgarten, Wien-Penzing. Um 17:24 Uhr ging ein Notruf ein, der die Einsatzkräfte an einen Friedhof führte, wo eine 64-jährige Frau blutüberströmt aufgefunden wurde. Die Frau wies mehrere Stich- und Schnittverletzungen im Halsbereich auf, und trotz aller Bemühungen der Einsatzkräfte konnte sie nicht gerettet werden. Sie wurde am Fundort für tot erklärt. Neben der Leiche befand sich eine 14-jährige Jugendliche, die laut Polizei als mutmaßliche Täterin gilt. Die Ermittlungen ergaben, dass die Frau ein Zufallsopfer war und kein Naheverhältnis zur Täterin bestand.

Die Jugendliche soll mit einem Taschenmesser auf das Opfer eingestochen und die Tat sogar gefilmt haben. Nach dem Vorfall wurde sie in einer betreuten Einrichtung, in der sie lebte, festgenommen. Zeugen berichteten, dass sie blutverschmiert zurückkehrte. Bei ihrer ersten Einvernahme am Dienstag gestand die 14-Jährige die Tat. Am Mittwoch wurde sie in die Justizanstalt Josefstadt überstellt und Untersuchungshaft verhängt. Experten sind sich einig, dass der psychische Zustand der Jugendlichen zur Tatzeit unklar war und mögliche Drogen- oder Alkoholeinwirkungen untersucht werden.

Hintergrund der Tat

Die 14-Jährige leidet unter einer schweren psychischen Erkrankung und war seit November 2025 in der Obsorge der MA 11, einer Einrichtung für Kinder- und Jugendhilfe in Penzing. Zuvor hatte sie ambulante Betreuung in Anspruch genommen und war mehrfach stationär untergebracht worden, da akute Selbstgefährdung festgestellt wurde. In der Wohngemeinschaft, in der sie lebte, boten Therapeuten verschiedene Therapien an, darunter Physiotherapie und Musiktherapie. Trotz gelegentlicher Versäumnisse bei Terminen nahm sie grundsätzlich die Betreuung an. Experten sprechen von einer dreifachen Belastung: psychische Belastung, Traumatisierung und fehlende familiäre Unterstützung.

Suizidale Gedanken sind ein ernstzunehmendes Thema, das nicht nur Jugendliche, sondern auch viele Menschen in der Gesellschaft betrifft. Laut einer Studie nehmen sich in Deutschland jährlich über 10.000 Menschen das Leben, und mehr als 100.000 Menschen unternehmen einen Suizidversuch. Es ist wichtig zu betonen, dass suizidale Handlungen kein unausweichliches Schicksal sind und Prävention möglich ist. Warnsignale und Risikofaktoren sollten ernst genommen werden, denn jeder Kontakt zu einer betroffenen Person kann entscheidend sein.

Präventionsmaßnahmen und Unterstützung

Die Diskussion über mögliche Präventionsmaßnahmen ist nach dem Vorfall in Baumgarten neu entfacht worden. Experten betonen die Schwierigkeiten bei Gefährdungsprognosen und die Notwendigkeit, mehr über die psychische Gesundheit von Jugendlichen zu erfahren. Studien zeigen, dass Suizid die häufigste Todesursache bei jungen Menschen in Deutschland ist. Häufige Auslöser sind Ängste und Sorgen, die suizidale Gedanken hervorrufen können. Gespräche über diese Themen können Leben retten.

Das Bundesjugendministerium fördert verschiedene Programme zur Suizidprävention, wie die „[U25] Online-Beratung“ der Caritas, die sich an junge Menschen in existenziellen Krisen richtet. Diese Beratung wird von Gleichaltrigen durchgeführt, die speziell geschult sind, und bietet eine vertrauliche Anlaufstelle für Betroffene. Weitere Angebote wie die „Nummer gegen Kummer“ und „JugendNotmail“ stehen rund um die Uhr zur Verfügung und bieten Unterstützung für Kinder und Jugendliche.

In Anbetracht der tragischen Ereignisse in Baumgarten ist es wichtiger denn je, das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu schärfen und Hilfsangebote auszubauen. Die gesamtgesellschaftliche Anstrengung zur Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen kann entscheidend sein, um weniger Menschen in Krisensituationen zu verlieren. Jeder Schritt in Richtung einer besseren Unterstützung kann dazu beitragen, das Leid von Betroffenen zu verringern und potenzielle Tragödien zu verhindern.

Für weitere Informationen zu diesem Thema, besuchen Sie bitte die U25] Online-Beratung der Caritas und die [Nummer gegen Kummer.