Am Montagabend ertönte gegen 17:24 Uhr ein Notruf, der die Einsatzkräfte zu einem schockierenden Vorfall am Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing führte. Dort fanden sie eine 64-jährige Frau mit mehreren Stich- und Schnittverletzungen im Halsbereich. Trotz der Bemühungen der Rettungskräfte, die schwer verletzte Frau zu reanimieren, kam jede Hilfe zu spät. Sie wurde am Fundort für tot erklärt, als die Situation bereits dramatisch war. Neben der Leiche stand ein 14-jähriges Mädchen, das laut Polizei die mutmaßliche Täterin ist.

Die Ermittlungen zeigen, dass die Frau ein Zufallsopfer war, ein Naheverhältnis zur Jugendlichen bestand nicht. Berichten zufolge soll das Mädchen mit einem Taschenmesser auf die Seniorin eingestochen haben und die brutale Tat sogar gefilmt haben. Nach der Tat kehrte die blutverschmierte Jugendliche in ihre Wohneinrichtung zurück, wo sie kurze Zeit später festgenommen wurde. Dies geschah in einem der sozialen Einrichtungen, die sich um Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen kümmern, wie es in einem Bericht von Profil dargelegt wird.

Hintergrund der Jugendlichen

Die 14-Jährige leidet unter schwerer psychischer Erkrankung und war seit November 2025 in der Obsorge der MA 11, einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. Sie lebt dort in einer Wohngemeinschaft mit drei anderen Jugendlichen, allen mit eigenen Zimmern, und erhält diverse Therapien, darunter Physiotherapie sowie Einzel- und Gruppensitzungen. Das Bundesjugendministerium hebt hervor, dass es dringend nötig ist, mehr für die Suizidprävention unter Jugendlichen zu tun, da diese oft in existenziellen Krisen stecken. Gespräche über die Sorgen und Ängste der Jugendlichen könnten entscheidend sein.

Die Behörden gaben an, dass die Jugendlichen in der Einrichtung keine freiheitsbeschränkenden Maßnahmen erfahren, was in Anbetracht ihrer Geschichte zu Fragen über die Wirksamkeit des bestehenden Systems führt. Experten haben zudem die Herausforderungen der Gefährdungsprognosen betont, insbesondere bei derartigen psychischen Belastungen.

Sorgen um die psychische Gesundheit der Jugendlichen

In der Vergangenheit war das Mädchen mehrfach stationär betroffen wegen akuter Selbstgefährdung, was auf die Komplexität ihrer Situation hinweist. Die psychische Gesundheit junger Menschen, insbesondere von Mädchen, ist ein großes Thema in der Gesellschaft. Laut Suizidprophylaxe betrifft Suizidalität zahlreiche Faktoren, darunter psychische Störungen, soziale Isolation und Lebenskrisen. Selbst unter den Jugendlichen über 15 Jahren ist Suizid mittlerweile die zweithäufigste Todesursache.

Obwohl es in Deutschland über 10.000 Suizidopfer jährlich gibt, gibt es wirksame Ansätze zur Prävention, die auch in Österreich Anklang finden sollten. Programme wie die U25 Online-Beratung und die „Nummer gegen Kummer“ bieten wertvolle Unterstützung für Betroffene in Krisensituationen. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, dass junge Menschen in schwierigen Zeiten die Hilfe erhalten, die sie benötigen.

Die Tragödie in Penzing wirft nicht nur Fragen über die Tat selbst auf, sondern auch über die Bedingungen und notwendigen Präventionsstrategien, um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Die anhaltenden Diskussionen über die Notwendigkeit, präventive Maßnahmen zu verstärken, sind wichtiger denn je.