In Wien-Hernals wird in diesem Jahr ein wichtiger Schritt zum Schutz der heimischen Amphibien gesetzt. Der Bau eines permanentes Tunnelleitsystems für Amphibien, insbesondere für Kröten, Frösche und Molche, wurde offiziell beschlossen. Dies wurde von Bezirksvorsteher Peter Jagsch (SPÖ) während einer Demonstration am 25. Februar bekannt gegeben. Der Verein Gegen Tierfabriken (VGT), der seit sieben Jahren die Amphibien-Wanderroute rund um den Hanslteich betreut, hat sich stark für dieses Projekt eingesetzt. Bisher mussten Freiwillige die Tiere manuell über die Straße tragen, was auf Dauer ungenügend war, da jährlich Tausende von Amphibien auf ihrem Weg zu den Laichgewässern überfahren werden.

Für den Bau des Tunnels in der Amundsenstraße und am Hanslteich wurden bereits 800.000 Euro bereitgestellt. Die Bauarbeiten beginnen nach der Krötenwanderung, was die Dringlichkeit unterstreicht, diesen Schutz für die Tiere zu realisieren. Laut VGT wurden in den letzten sieben Jahren über 5.400 Amphibien gerettet, doch der Druck durch den Straßenverkehr bleibt hoch. Der VGT fordert daher seit langem ein festes Tunnelleitsystem, um die Amphibien sicher unter der Straße hindurchzuführen.

Die Bedeutung des Tunnelleitsystems

Die Wanderung der Amphibien erfolgt in der Regel im Winter und Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und die Nächte feucht sind. Diese Umstände locken die Tiere zu ihren Laichgewässern, wo sie jedoch oft auf Straßen stoßen, die eine große Gefahr darstellen. Jedes Jahr gehen viele Tiere in dieser Phase verloren, was die Wichtigkeit des nun geplanten Tunnelleitsystems verdeutlicht. Ein 850 Meter langer Schutzzaun, der seit 2020 entlang der Neuwaldegger Straße aufgestellt wird, hat bereits zur Sicherheit der Tiere beigetragen, indem er 84 Kübel integriert, in denen die Tiere sicher transportiert werden können.

Die aktivsten Helfer sind Freiwillige, die die geretteten Amphibien dokumentieren und sicher auf die andere Straßenseite setzen. Diese ehrenamtliche Arbeit ist unentbehrlich, da alle Amphibienarten Wiens auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Auch die bestehende Tunnelanlage am Schottenhof wird ausgebaut, mit einer geplanten Fertigstellung im Mai 2026.

Ein Aufruf zur Mithilfe

Die Amphibienschutztätigkeiten benötigen weiterhin Unterstützung. Freiwillige Helfer sind herzlich willkommen, um Schutzzäune aufzustellen, sie zu kontrollieren und die Tiere sicher zu überführen. Eine Einschulung für neue Helfer findet am 1. März 2026 statt, wobei Vorkenntnisse nicht zwingend erforderlich sind. Die Saison erstreckt sich meist über zwei bis drei Monate und bietet jedem die Möglichkeit, aktiv zum Naturschutz beizutragen.

Für weitere Informationen und um Teil dieser wertvollen Initiative zu werden, können Interessierte die lokalen NABU-Websites besuchen, die auch Wissenskurse zu Schutzeinrichtungen für Amphibien anbieten. Es ist an der Zeit, gemeinsam für den Schutz unserer heimischen Tierwelt einzutreten und sicherzustellen, dass die Amphibien auch in Zukunft sicher zu ihren Laichgewässern gelangen können.

Für detaillierte Informationen über den Bau des Tunnelleitsystems und die Rolle des VGT können Sie den Artikel auf meinbezirk.at nachlesen. Weitere interessante Aspekte zum Thema Amphibienschutz finden Sie in dem Beitrag auf krone.at sowie auf der NABU-Webseite unter nabu.de.