Das „Park Café Mauer“ im 23. Wiener Bezirk steht vor dem Aus. Die PCM Gastro GmbH hat am 2. März 2026 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Handelsgericht Wien beantragt. Diese Nachricht kommt nur wenige Monate nach der Eröffnung des Cafés am 17. Oktober 2025, das ursprünglich mit einem vielversprechenden Konzept gestartet ist. Geplant waren ein Restaurantbetrieb, ein Hotel mit neun Zimmern sowie Veranstaltungsräume für Hochzeiten und Events. Doch die Realität sieht anders aus: Ein drastischer Umsatzrückgang im Januar 2026, verursacht durch steigende Kosten und Mitarbeiterabgänge, hat die Situation rapide verschlechtert.
Insgesamt sind 16 Mitarbeiterinnen betroffen, und die Fortführung des Betriebs bleibt ungewiss. Die Verbindlichkeiten der PCM Gastro GmbH belaufen sich auf rund 245.000 Euro, wovon etwa 93.400 Euro auf ausstehende Löhne, Gehälter und Sozialabgaben entfallen. Ein Kassaguthaben von 16.000 Euro wurde bereits auf ein Insolvenzanderkonto übertragen. Die Geschäftsführerin hat der Insolvenzeröffnung zugestimmt und die Beendigung der Dienstverhältnisse wird in Kooperation mit dem Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmerinnen koordiniert. Auch die Anzahl der betroffenen Gläubiger und die Höhe der Forderungen müssen noch geprüft werden. Ursprünglich sah der Sanierungsplan eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren vor, doch die Finanzierung durch die Verpächterin scheiterte, was zur Rückziehung des Antrags am 3. März 2026 führte. Das Sanierungsverfahren wird unter dem Aktenzeichen 4 S 31/26z abgewickelt, und die Anmeldung von Forderungen ist bis zum 13. April 2026 möglich. Weitere Informationen zu dieser Thematik können in einem Artikel von gastro.news nachgelesen werden.
Hintergrund der Insolvenz
Die Entwicklungen rund um das Park Café Mauer sind Teil eines größeren Trends, der die Gastronomie in den letzten Jahren stark getroffen hat. Die Branche leidet unter den Krisen der letzten Jahre, insbesondere durch Inflation und gestiegene Kosten. Die Umsätze und Erträge in der Gastronomie sind preisbereinigt unter dem Stand von 2019. Zwischen 2022 und 2023 stiegen die Insolvenzen in der Gastronomie um 27 Prozent, was über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt. Besonders betroffen sind die Unterbranchen „Caterer, Verpflegungsdienstleister“ und „Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben“.
Insolvenzen konzentrieren sich zudem auf junge Unternehmen, die maximal fünf Jahre alt sind und 49 Prozent aller Fälle ausmachen. Bei diesen jungen Gastronomieunternehmen gab es 2023 einen Anstieg der Insolvenzen um 30 Prozent. Ein besorgniserregender Trend, der auch in Wien nicht haltmacht. Laut Creditreform sind 88 Prozent der Insolvenzen Kleinstunternehmen mit höchstens zehn Mitarbeitern betroffen, und die Anhebung der Umsatzsteuer für Speisen Anfang 2023 hat die Situation nicht verbessert.
Ein Blick auf die Gesamtlage
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zwischen 2019 und 2023 schlossen in Deutschland rund 62.000 gastronomische Betriebe, und etwa 8.000 dieser Schließungen waren Insolvenzen. Der Anstieg der Schließungen in 2022 und 2023 wird vor allem auf den Krieg in der Ukraine, Preiserhöhungen und Inflation zurückgeführt. Im Jahr 2023 gab es im Vergleich zu 2020 und 2021 rund 2.000 respektive 3.000 mehr Geschäftsaufgaben. Die Branche hat sich bis heute nicht von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholt, und die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Gastgewerbe bleiben ungünstig.
Patrik-Ludwig Hantzsch von Creditreform äußert sich besorgt über die anhaltende Insolvenzgefahr im Gastgewerbe, insbesondere für Betriebe, die seit maximal fünf Jahren existieren. Die Branche erwartet einen anhaltenden Insolvenztrend, und die Anhebung der Umsatzsteuer für Speisen Anfang 2023 hat die Situation nicht verbessert. Ein weiterer Blick auf die Lage zeigt, dass die Anzahl der Gastronomiebetriebe mittlerweile wieder das Niveau des ersten Corona-Jahres erreicht hat, jedoch die Umsätze der Gastronomie preis- und saisonbereinigt etwa 13 Prozent unter dem Niveau von September 2019 liegen, wie aus Statista hervorgeht.