Heute ist der 27.02.2026 und die Diskussion um den Neubau der Bahnstrecke von Dresden nach Prag nimmt zunehmend Fahrt auf. Sächsische Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) hat mit Nachdruck gefordert, dass sich der Bundestag zügig mit diesem wichtigen Projekt befasst. Die Planungsunterlagen wurden bereits vom Bundesverkehrsministerium an das Parlament übergeben, was den ersten Schritt in Richtung einer baldigen Realisierung darstellt. Kraushaar betont die Dringlichkeit einer schnellen Finanzierung im Bundeshaushalt, um die Aussicht auf EU-Fördermittel und die Kooperation mit Tschechien nicht zu gefährden.
Sachsen und Tschechien setzen sich seit Jahren für diese Bahnstrecke ein, die eine zentrale Lücke im internationalen Schienenkorridor zwischen Berlin, Prag und Wien schließen soll. Geplant ist ein 30 Kilometer langer Tunnel durch das Osterzgebirge, der die Reisezeit zwischen Dresden und Prag von derzeit 2,5 Stunden auf lediglich eine Stunde verkürzen soll. Diese neue Verbindung wird nicht nur den Reiseverkehr erheblich erleichtern, sondern auch den Engpass im Elbtal beseitigen und den Lärm für Anwohner reduzieren.
Parlamentarische Zustimmung und finanzielle Aspekte
Die Zustimmung des Bundestages ist notwendig, um den Staatsvertrag mit der Tschechischen Republik zu unterzeichnen. Ein Entwurf für diesen Vertrag liegt bereits vor. Die Kosten für den Neubau der Strecke werden auf rund 2,3 Milliarden Euro geschätzt. Darüber hinaus wird die Neubaustrecke Teil des Hochgeschwindigkeitskorridors zwischen Berlin und Wien sein, was die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts unterstreicht.
Der Baubeginn für die neue Bahnstrecke ist für Anfang der 2030er Jahre geplant, mit einer Fertigstellung mittelfristig in den 2040er Jahren. Diese langfristige Planung zeigt, dass die Verantwortlichen die Weichen für eine zukunftsfähige Infrastruktur stellen wollen.
Investitionen in die Schieneninfrastruktur
Im Kontext der aktuellen Debatten um die Schieneninfrastruktur ist es wichtig zu erwähnen, dass die Pro-Kopf-Investitionen ins Schienennetz der Deutschen Bahn 2023 auf 115 Euro gestiegen sind. Dies stellt einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr dar, bleibt jedoch im europäischen Vergleich gering. Während Deutschland investiert, führt Luxemburg mit 512 Euro pro Kopf, gefolgt von Österreich mit 336 Euro und Großbritannien mit 215 Euro. Experten wie Maria Leenen von SCI Verkehr weisen darauf hin, dass andere Länder in der Vergangenheit schneller in ihre Schieneninfrastruktur investiert haben und nun davon profitieren.
Andreas Geißler von Allianz Pro Schiene kritisiert, dass 2023 nicht der erwartete Durchbruch bei den Bahn-Investitionen erzielt wurde. Hohe Inflation und gestiegene Baupreise könnten dazu geführt haben, dass das Bauvolumen im Vergleich zu den Vorjahren verringert wurde. Dennoch flossen 2023 51% der staatlichen Infrastruktur-Investitionen in die Schiene, und für 2024 wird ein größerer Abstand zwischen Schienen- und Fernstraßeninvestitionen erwartet.
Die Schaffung einer leistungsfähigen Bahnverbindung zwischen Dresden und Prag ist nicht nur ein Schritt zur Verbesserung der regionalen Anbindung, sondern auch ein Beitrag zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Verkehr. Die Entwicklungen der kommenden Jahre werden zeigen, wie erfolgreich diese Initiativen umgesetzt werden können.