Wien setzt neue Impulse für eine grünere Stadt mit der geplanten Schaffung weiterer „Gartenstraßen“. Im Rahmen einer breiten Begrünungsoffensive sollen vor allem in Meidling an den Standorten Gaudenzdorf und Untermeidling diese intensiv begrünte, entsiegelte Straßenräume entstehen. Das Ziel? Die Aufenthaltsqualität in stark besiedelten Gebieten merklich zu steigern und gleichzeitig für weniger Verkehr und Lärm zu sorgen.
Der Stadtentwicklungsplan „STEP 2035“ sieht verbindliche Ziele für die Schaffung und Sicherung von Grünräumen vor. So sollen in den nächsten zehn Jahren mindestens 50 Prozent des benötigten Grünraums gesichert werden. „Wiener Gartenstraßen“ sollen klug in den Urbanen Raum integriert werden und treten in neuen kleinen Straßenparkformaten auf, die über einen Häuserblock reichen.
Initiativen und Planungen
Die SPÖ Meidling hat bereits einen Antrag zur Prüfung der Umsetzung solcher Gartenstraßen an die Verantwortlichen gestellt. Der Antrag wurde dem Umweltausschuss zugewiesen, wo konkrete Standorte gesucht und bewertet werden. Bezirkschef Wilfried Zankl betonte, wie wichtig die Meinungen der Anrainer in diesem Prozess sind. Schließlich wird der öffentliche Raum umverteilt, was auch Auswirkungen auf Parkplätze und den Verkehr haben kann.
Barbara Marx, Vorsitzende des Umweltausschusses, hebt die positiven Effekte der Gartenstraßen hervor. Weniger Lärm und Abgase sowie eine höhere Grünqualität sind nur einige der Vorteile. Zudem ist für die Umsetzung der Gartenstraßen geplant, dass über den motorisierten Individualverkehr hinaus nur die nötigen Ver- und Entsorgungsdienste Zugang haben werden.
Der Wien-Plan
Ein wesentlicher Hintergrund für diese Initiative ist der übergeordnete Wien-Plan. Dieser regelt die gesamte räumliche und strukturelle Entwicklung Wiens und wird alle zehn Jahre überarbeitet. Die aktuellen Schwerpunktsetzungen beinhalten auch eine klare Festlegung für den Grünanteil der Stadt und die Entwicklung neuer urbaner Zentren. Mit der Neugestaltung des Wien-Plans soll besonders auch die Lebensqualität der Bürger gesteigert werden.
Vor dem Hintergrund prognostizierter 2,2 Millionen Einwohner hat der Wien-Plan besondere Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels und der Teuerung formuliert. Die Begrünung der Stadt nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein: Neben Gartenstraßen wird auch die Schaffung von Beserlparks XL gefördert.
Abgerundet wird dieses Konzept durch einen Fokus auf die Optimierung der Erreichbarkeit urbaner Zentren und den Ausbau der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur. Die Bürger können also gespannt sein, welche weiteren positiven Veränderungen uns in den kommenden Jahren bevorstehen.