Heute ist der 5.04.2026 und wir werfen einen Blick auf den Meidlinger Friedhof, einen der ältesten noch genutzten Friedhöfe Wiens, der nicht nur als letzte Ruhestätte dient, sondern auch als Rückzugsort für bedrohte Tierarten wie den Feldhamster. Während in städtischen Gebieten Friedhöfe oft weniger stark genutzt und kontrolliert werden als Parks, bietet dieser Ort eine unerwartete Vielfalt an Leben und Biodiversität.

Um 1860 war das Gebiet rund um den Bahnhof Meidling noch unbewohnt, doch heute ist der Friedhof ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Organismen. Thomas Filek, der Gründer des Projekts „Biodiversität am Friedhof“ (BaF), dokumentiert seit 2021 das Leben auf dem Friedhof und hat festgestellt, dass die Flächenversiegelung in der Stadt die Lebensräume der Hamster bedroht. Diese kleinen Nager sind in Europa stark gefährdet und genießen einen strengen Schutzstatus. Leider können Bauprojekte, die durch den Schutzstatus der Hamster verzögert werden, den Lebensraum dieser Tierart weiter gefährden.

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Ein Lebensraum für viele Arten

Die Bürgerwissenschaftler, die sich um die Hamsterpopulationen kümmern, haben gesundheitliche Probleme bei den Tieren festgestellt und bemängeln den Mangel an Versteckmöglichkeiten. Vorschläge zur Verbesserung des Lebensraums werden von der Friedhofsverwaltung positiv angenommen, was zeigt, dass der Schutz des Feldhamsters auch anderen Tieren, Insekten und Pflanzen zugutekommt. Friedhöfe fungieren nicht nur als Begräbnisstätten, sondern auch als wichtige Brücken für niedere Wirbeltiere, Insekten und Weichtiere. Sie bieten einen wertvollen Überblick über die biologische Vielfalt der Wiener Friedhöfe und deren Funktion als Korridore zwischen städtischen Mikrohabitaten.

Eine spannende BBC-Dokumentation über die Wiener Friedhofshamster hat bereits über zehn Millionen Views auf YouTube erreicht und zeigt das wachsende Interesse an diesen besonderen Tieren. Zudem bietet die Stadt Wien offizielle Führungen an, wie die unter dem Titel „Die Stadt der Toten auf Hamsterpfoten“, die verschiedene Sehenswürdigkeiten des Friedhofs umfasst und das Bewusstsein für die lokale Tier- und Pflanzenwelt schärfen möchte.

Citizen Science und Biodiversität

Das Projekt zur Erfassung der Lebewesen auf den Wiener Friedhöfen, das auch die Dokumentation von Hinterlassenschaften von Tieren wie Kot und Haare umfasst, ist ein wichtiger Teil der Bemühungen, die biologische Vielfalt zu bewahren. Dabei werden nicht nur die häufig sichtbaren Arten erfasst, sondern auch die oft übersehenen Lebewesen wie Pilze. Diese Initiativen helfen, den Rückhalt von Arten zu sichern und die ökologischen Zusammenhänge in der Stadt zu verstehen.

Die Kombination aus kulturellem Erbe und ökologischer Bedeutung macht den Meidlinger Friedhof zu einem einzigartigen Ort in Wien, wo Geschichte und Natur aufeinander treffen. Er bietet nicht nur einen Platz der Ruhe, sondern auch einen Lebensraum für bedrohte Arten und eine Plattform für das Engagement der Bürger, die sich für den Erhalt der Biodiversität einsetzen.

Für weitere Informationen über die Bedeutung der Wiener Friedhöfe als Rückzugsräume für Arten und ihre Rolle in der Stadtentwicklung, besuchen Sie die Quelle und die zweite Quelle.