Am 24. Oktober 2023 gab der sozialdemokratische Bezirksvorsteher von Mariahilf, Markus Rumelhart, seinen Rücktritt bekannt. Der Rücktritt ist für viele überraschend und wird als Einschnitt für den Bezirk wahrgenommen. Rumelhart zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück und leidet an einem Burn-out, was er als unmissverständliche Diagnose beschreibt. Er hat seit vielen Monaten für seine Gesundheit gekämpft und entschieden, dass es an der Zeit ist, seine politische Arbeit zu beenden.

Bereits seit 2010 war Rumelhart in der Bezirksvertretung von Mariahilf aktiv, und seit 2015 übte er das Amt des Bezirksvorstehers aus. Er trat 2014 die Nachfolge von Renate Kaufmann an, die Mariahilf seit 2001 führte. In seiner Zeit als Bezirksvorsteher wurde Rumelhart für seinen persönlichen Einsatz und die Schaffung von Begegnungsorten, wie der Neugestaltung der Otto-Bauer-Gasse und des Christian-Broda-Platzes, gewürdigt. Bei seinem Rücktritt hat er Bürgermeister aufgefordert, ihn von seinen Pflichten zu entbinden, damit er seine Gesundheit nicht weiter gefährdet.

Würdigung und Nachfolge

Für seine Arbeit erhält Rumelhart Dank von seiner Stellvertreterin Julia Lessacher, die er auch als seine Nachfolgerin vorschlägt. Auch andere politische Vertreter, darunter die Grünen und NEOS Mariahilf, äußern ihre Anerkennung für Rumelharts Engagement. Sogar die FPÖ Mariahilf betont die menschlichen Aspekte seines Rücktritts und wünscht ihm gute Besserung. Der Rücktritt kommt inmitten interner Konflikte innerhalb der Bezirkspartei, was die Situation zusätzlich kompliziert.

Markus Rumelhart war nicht nur für seine politischen Entscheidungen bekannt, sondern auch dafür, dass er offen mit seiner Homosexualität umging, was ihn zum jüngsten Bezirksvorsteher in Wien machte, der dies tat. Dies hat nicht nur seine politische Karriere geprägt, sondern auch das Bild der Politik in Mariahilf nachhaltig beeinflusst.

Brennpunkt mentale Gesundheit in der Politik

Rumelharts Rücktritt ist nicht nur ein persönlicher Einschnitt, sondern wirft auch ein Licht auf die Herausforderungen, die mit politischer Arbeit verbunden sind. Das Burn-out-Risiko in der Politik ist aufgrund der widersprüchlichen Anforderungen und des hohen eigenen Antriebs erhöht. Psychotherapeutin Katharina Simons erklärt, dass Überlastung alle Geschlechter, Altersgruppen und politischen Ebenen betrifft. Viele Politiker, wie die Berliner Politikerin Antje Kapek, haben ähnliche Erfahrungen gemacht und mussten über ihre Karriere nachdenken, um ihre mentale Gesundheit zu schützen.

Die Problematik ist also nicht neu; auch internationale Beispiele, wie der Rücktritt von Jacinda Ardern, zeigen, dass Politiker oft vor der Herausforderung stehen, einen Ausgleich zwischen öffentlichem Dienst und persönlichem Wohlbefinden zu finden. Die Diskussion über mentale Gesundheit in der Politik gewinnt zunehmend an Bedeutung, und es gibt einfache Tipps zur Verbesserung, wie ausreichend Schlaf und das Setzen von klaren Grenzen bei Arbeitszeiten.

In diesem Kontext wird deutlich, wie wichtig es ist, das Thema Burn-out und mentale Gesundheit in der Politik offen zu thematisieren. Politikerinnen und Politiker sollten nicht zögern, Hilfe in Anspruch zu nehmen und auch mal eine Auszeit zu nehmen, um ihre Gesundheit zu wahren. Wie Rumelhart zeigt, ist der Rückzug kein Zeichen von Schwäche, sondern ein mutiger Schritt zur Selbstfürsorge. Weitere Informationen zu den Herausforderungen von Politikerinnen und Politikern im Bereich der mentalen Gesundheit finden Sie auch in den Berichten von Antje Kapek und anderen, die ihre Erfahrungen teilen.

Für die Zukunft bleibt abzuwarten, welche Schritte das Bezirksparlament in Mariahilf unternehmen wird, um Rumelharts Nachfolge zu regeln und wie die politischen Herausforderungen im Bezirk gemeistert werden können. Der Rücktritt von Markus Rumelhart ist ein bedeutendes Ereignis in der politischen Landschaft Wiens, das viele Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt.