Ein Highlight des kirchlichen Kalenders naht: Am 19. Juni wird in ganz Österreich und insbesondere in Tirol das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, besser bekannt als Fronleichnam, gefeiert. Ursprünglich im 13. Jahrhundert begründet, ist dieses Fest nicht nur ein Ausdruck des Glaubens, sondern auch eine Feier der gelebten Traditionen, die in vielen Regionen lebendig gehalten werden. Die Feierlichkeiten stehen ganz im Mittelpunkt der katholischen Verehrung an die gegenwärtige Realität Christi in Brot und Wein, was sich besonders in den festlichen Prozessionen zeigt.
In Innsbruck wird am Fronleichnamstag die alljährliche Tiroler Landesprozession stattfinden. Der Gottesdienst mit Bischof Hermann Glettler beginnt um 08:30 Uhr im Dom zu St. Jakob. Bei Schönwetter zieht die Prozession über den Vorplatz des Landestheaters zur Basilika Wilten. Zu den Stationen der Prozession gehören unter anderem die Annasäule und das Landhaus, bevor der Schlusssegen in der Basilika Wilten erteilt wird. Viele Katholiken zeugen dabei ihren Glauben, indem sie die konsekrierte Hostie in einer prächtigen Monstranz unter einem Baldachin tragen, um die bleibende Gegenwart Christi sichtbar zu machen, wie DIBK berichtet.
Traditionen und Bräuche
Fronleichnam ist mehr als nur ein religiöses Ereignis. Es ist tief verwurzelt in den lokalen Bräuchen der Gemeinden. So tragen in Thaur beispielsweise die Ministranten selbstgebastelte Stirnbänder aus Immergrün bei der Prozession, eine Tradition, die am Mittwochnachmittag vor Fronleichnam gepflegt wird. Auch die Schutzgarde, die als Partisaner bekannt ist, begleitet das Allerheiligste bei der Prozession. Diese Schutzgarde wurde 2013 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO ernannt und hat eine lange Geschichte, die bis zu den Corpus-Christi-Bruderschaften in Spanien zurückreicht.
An vier Altären entlang der Strecke kommen die Gläubigen zusammen und beten für diverse Anliegen, wobei die Altäre auch die Himmelsrichtungen und die vier Evangelisten symbolisieren. Nach der Prozession lädt ein gemütliches Beisammensein beim St.-Bartlmä-Kirchlein dazu ein, den Tag ausklingen zu lassen und den Glauben gemeinsam zu feiern, wie MeinBezirk betont.
Ein Feiertag von großer Bedeutung
In Österreich, aber auch in vielen anderen Ländern, wird Fronleichnam als gesetzlicher Feiertag gefeiert. Der Name „Fronleichnam“ leitet sich vom mittelhochdeutschen „vron“ (Herr) und „lichnam“ (lebendiger Leib) ab und bedeutet soviel wie „Lebendiger Leib des Herrn“. Es wird manchmal auch als „zweiter Gründonnerstag“ bezeichnet. Die Feierlichkeiten haben im Laufe der Jahre an Bedeutung und Größe gewonnen, auch wenn die Traditionen an verschiedenen Orten unterschiedlich gewahrt werden. In München beispielsweise ist man sich der tiefen historischen Wurzeln bewusst, die bis ins 13. Jahrhundert reichen, und obwohl die Feierlichkeiten heute weniger beeindruckend erscheinen, bleibt die spirituelle Bedeutung bestehen, wie Katholisch.de hervorhebt.
Fronleichnam bietet somit einen wunderbaren Rahmen, Glauben und Gemeinschaft lebendig zu halten und zeigt auf beeindruckende Weise, wie Traditionen über Generationen weitergegeben werden. In diesem Sinne freuen sich die Tiroler schon jetzt auf nutzbringende Begegnungen und hoffentlich herrliches Wetter, um diesen besonderen Tag gebührend zu feiern.