Der Bau der Schule in der Castelligasse in Margareten, ursprünglich für 2026 geplant, steht vor ungewissen Zeiten. Die Stadt Wien hat den Ausbau vorerst gestoppt. Angepeilt war eine Umgestaltung des Gebäudes in der Castelligasse 9/Viktor-Christ-Gasse 10 in eine Volksschule und eine Schule für inklusive Pädagogik. Bezirksvorsteher Michael Luxenberger von den Grünen befürchtete schon, dass dieses Stoppsignal einen negativen Einfluss auf die geplante Inbetriebnahme im Herbst 2028 haben könnte. Eine Sprecherin der Magistratsabteilung 56 – Wiener Schulen machte deutlich, dass diese Entscheidung aufgrund der aktuellen budgetären Rahmenbedingungen getroffen wurde. In Anbetracht der unvorhersehbaren finanziellen Entwicklung bleibt offen, ob und wann das Projekt realisiert werden kann, was von der Gesamtlage abhängt.
„Wir müssen uns an die finanziellen Gegebenheiten anpassen“, erklärte die Sprecherin und unterstrich den Willen der Stadt, geplante Schulbauvorhaben entsprechend der Ressourcen zu priorisieren. Dennoch regte sich Widerstand. Die Bezirksvorstehung kritisiert die Entscheidung scharf, während Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christoph Lipinski von der SPÖ anmerkt, dass die Stadt sich nicht zu Unrecht unter Druck gesetzt fühle, da die Investition in den Neubau zu 100 Prozent stammte.
Illustre Pläne für moderne Bildung
Die ursprünglichen Pläne versprechen eine spannende Symbiose aus Alt und Neu. Der Wettbewerb zur Sanierung, Erweiterung und zum Dachgeschoßausbau der Allgemeinen Pflichtschule an der Castelligasse sieht vor, den historischen Charakter der Bestandsgebäude zu bewahren. Es war vorgesehen, zwei bestehende Schulgebäude weitgehend in ihrer Struktur zu erhalten. Der geplante Neubau sollte diese ergänzen und über dem Parkplatz Platz finden. Das neue Dachgeschoss, als zurückgesetztes Staffelgeschoß konzipiert, sorgt für eine moderne Silhouette und lädt zur Nutzung ein.
Außerdem sollte eine großzügige Gestaltung mit bepflanzten Terrassenflächen im Dachbereich und ein ruhiger Innenhof mit Altbaumbestand entstehen. Diese Freiräume bieten nicht nur Platz für Bildung, sondern auch einen lebendigen Rahmen für soziale Interaktionen. Die charakteristischen Straßenfassaden der Bestandsgebäude waren für eine thermische Sanierung sowie eine optische Aufwertung mit neuem Strukturputz und geöffneten Oberlichtern vorgesehen.
Inklusive Bildung im Fokus
Doch der Bau sollte nicht bloß dem schulischen Lernen dienen. Vielmehr war die Vision einer inklusiven Bildung, wie sie vom Arbeitsbereich Inklusive Bildung an der Pädagogischen Hochschule Wien gefördert wird, in vollem Gange. Ein „Schule für alle“-Modell wird angestrebt, das die Vielfalt als Bereicherung betrachtet und allen Schüler*innen, inklusive jener mit Dis_Abilities, Chancen im Bildungssystem bieten möchte. Das A:IB bietet dafür Service, Beratung und Vernetzungsmöglichkeiten und setzt auf innovative Ansätze im Lernen und Lehren.
Mit diesem Hintergrund wird klar, dass der Standort nicht nur einen Bildungsraum erschaffen sollte, sondern auch ein Zentrum für inklusive Praktiken, das sowohl Schüler*innen als auch Lehrenden zugutekommt. Mit Programmen wie dem internationalen Mentoringprogramm „Nightingale“ sollen speziell Studierende der Pädagogischen Hochschule gefördert werden.
Wenn wir den Blick auf die Castelligasse richten, zeigt sich die Herausforderung eines sich wandelnden Bildungssystems, das dringend auf Unterstützung und transparente Planungen angewiesen ist. Der Baustopp könnte sich als eine große Bremse auf dem Weg zu einem modernen, inklusiven und lebenswerten Bildungsort herausstellen.
Welchen Weg die Stadt Wien letztendlich eingeschlagen wird, bleibt abzuwarten. Auf der einen Seite steht die Notwendigkeit, finanzielle Hausaufgaben zu machen, auf der anderen die Wünsche und Bedürfnisse der Anwohner*innen und vor allem der zukünftigen Schüler*innen. Die Zeit wird zeigen, wie dieses Kapitel in der Bildungslandschaft Wiens weitergeht.
Weitere Informationen zu den Planungen findet man auf MeinBezirk, FP Architekten sowie auf PH Wien.