In Wien-Margareten sollte ab Herbst 2026 eine neue Volksschule mit einer Schule für inklusive Pädagogik in der Castelligasse entstehen. Dieses wichtige Schulbauprojekt wurde jedoch aus finanziellen Gründen gestoppt. Der Bezirk hat mit dieser Entscheidung nun eine große Lücke in der Bildungsinfrastruktur zu beklagen. Bezirkschef Michael Luxenberger (Grüne) äußert Unverständnis über die Entscheidung und hebt den dringenden Bedarf an mehr Schulplätzen im innerstädtischen Bereich hervor. Auch Bildungssprecher Harald Zierfuß (ÖVP) und Felix Stadler (Grüne) kritisieren die Streichung der Projekte und unterstützen Luxenbergers Bedenken.

Bildungsstadträtin und Vize-Bürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) hat bestätigt, dass mehrere Schulbauprojekte vorerst nicht umgesetzt werden können, darunter auch die Vorhaben in der Castelligasse, Schwarzingergasse (Leopoldstadt), Florian-Hedorf-Straße (Simmering), Diesterweggasse (Penzing) und Schinnaglgasse (Ottakring). Sie betont jedoch, dass die Einreichplanung und die baubehördlichen Genehmigungen für die Projekte weitergeführt werden, um sie bei veränderter Budgetlage schnell wieder aufgreifen zu können. Die finanzielle Situation wird laufend evaluiert, und es besteht die Möglichkeit, dass sich die Ausgangslage im kommenden Budgetzyklus ändert. Emmerling versichert zudem, dass der Schulbetrieb gesichert ist und ausreichend Schulplätze für alle Kinder in Wien zur Verfügung stehen.

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Wiener Bildungsinfrastruktur unter Druck

<pAktuell besuchen rund 137.000 Schüler*innen über 400 öffentliche Pflichtschulen in Wien. Prognosen zeigen ein dynamisches Wachstum der Bevölkerung, was zusätzlichen Platz in der sozialen Infrastruktur erfordert. Eine qualitativ hochwertige Bildung und Betreuung ist wichtig für die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen. Die Planung neuer Schulen und Schulerweiterungen orientiert sich am Bedarf, basierend auf verlässlichen Bevölkerungsprognosen. Besonders die Altersgruppe der 6- bis 13-jährigen Kinder wächst, was zusätzliche Klassenräume notwendig macht.

Seit 2016 wurden bereits über 1.200 Klassen im öffentlichen Pflichtschulbereich geschaffen, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Auch die Wiener Bildungsinfrastrukturinitiative 2025 hat sich den baulichen und räumlichen Herausforderungen angenommen, einschließlich der Erweiterung und Modernisierung bestehender Schulen sowie dem Bau neuer Einrichtungen. Das Bildungseinrichtungen-Neubauprogramm (2012-2023) umfasst Investitionen von 700 Millionen Euro, um den zusätzlichen Bedarf zu bewältigen. Im Juni 2019 wurde zudem ein weiteres Neubauprogramm beschlossen, das neun neue Bildungscampusse und eine Zentralberufsschule in der Seestadt Aspern umfasst.

Schulsanierungen und langfristige Perspektiven

Das „Campus plus“-Konzept fördert die Vernetzung von Kindergarten, Schule und Freizeit durch multifunktionale Bildungsbereiche. Allerdings benötigen rund zwei Drittel der Schulen, die zwischen 1855 und 1991 errichtet wurden, substanzsichernde Maßnahmen. Das Schulsanierungspaket I wurde bis 2022 verlängert, und das Schulsanierungspaket II mit 570 Millionen Euro wurde 2018 beschlossen. Schulerweiterungen und Neubauten sind daher notwendig, um auf den steigenden Bedarf an Schulraum in innerstädtischen und städtischen Verdichtungsgebieten zu reagieren.

Für weitere Informationen über die Entwicklungen im Bildungsbereich und die Auswirkungen der aktuellen Entscheidungen können Interessierte die Berichterstattung auf ORF Wien verfolgen.