In Wien-Margareten gibt es derzeit zahlreiche Diskussionen rund um den geplanten Ausbau der Schule in der Castelligasse. Die Stadt Wien hat den Ausbau des Gebäudes vorerst gestoppt, was die Vorfreude auf eine neue Volksschule und eine Schule für inklusive Pädagogik trübt. Diese Umgestaltung sollte ursprünglich bereits 2026 beginnen und die Inbetriebnahme war für Herbst 2028 angedacht. Bezirksvorsteher Michael Luxenberger von den Grünen äußerte sich zuversichtlich über den Zeitplan, doch die Entscheidung der Stadt, das Projekt aufgrund der aktuellen budgetären Rahmenbedingungen zu stoppen, sorgt für Unmut. Eine Sprecherin der Magistratsabteilung 56 – Wiener Schulen erklärte, dass die Stadt Wien ihre Schulbauvorhaben an die finanzielle Gesamtsituation anpasst.
Die Bezirksvorstehung hat die Entscheidung der Stadt kritisiert. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christoph Lipinski von der SPÖ hält die Kritik für ungerechtfertigt, da der Neubau zu 100 Prozent von der Stadt finanziert werden soll. Ein Lichtblick gibt es jedoch für das Creative Cluster: Der Nutzungsvertrag wurde bis 2027 verlängert, was bedeutet, dass die Räumlichkeiten weiterhin genutzt werden können. Allerdings äußerte Gründer Karim El Seroui, dass die Unsicherheit über den Auszugstermin die Planung erschwert und einige Kunden bereits das Creative Cluster verlassen haben.
Architektonische Planung und Ziele
Der geplante Ausbau umfasst die Sanierung, Erweiterung und den Dachgeschoßausbau der Allgemeinen Pflichtschule in der Viktor-Christ-Gasse/Castelligasse, 1050 Wien. Ziel ist es, einen modernen Bildungsbau zu schaffen, der den historischen Charakter der Bestandsgebäude bewahrt. Die zwei bestehenden Schulgebäude sollen in ihrer Struktur weitgehend erhalten bleiben. Der Neubau wird die bestehenden Gebäude ergänzen und überkragt den bisherigen Parkplatz, sodass die charakteristischen Straßenfassaden der Bestandsgebäude in ihrer Erscheinung erhalten bleiben. Zudem ist ein neues, zurückgesetztes Staffelgeschoß geplant, das für eine moderne Silhouette sorgt und sich im Westen zu einem ruhigen Innenhof mit Altbaumbestand öffnet, der als Freibereich für den Bildungscluster im Erdgeschoss dient.
Die Fassaden der Bestandsgebäude sollen thermisch saniert werden und mit weißem Strukturputz sowie neuen Fenstern mit öffenbaren Oberlichten versehen werden. Bepflanzte Terrassenflächen im Dachbereich bieten zusätzliche grüne Freiräume, die sowohl der Umwelt als auch dem Wohlbefinden der Schüler zugutekommen.
Inklusive Bildung als zentrales Anliegen
Ein wichtiger Aspekt der geplanten Schule ist die inklusive Pädagogik. Der Arbeitsbereich Inklusive Bildung (A:IB) verfolgt das Ziel, eine Schule für alle zu schaffen, die Verschiedenheit als Bereicherung sieht. Der Fokus liegt auf der Teilhabe und Partizipation von Schülerinnen mit Beeinträchtigungen, sowohl physischer als auch psychischer Art. Das A:IB bietet vielfältige Unterstützung und Beratung für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen mit Beeinträchtigungen und fördert inklusive Praxen sowie individuelle Beratung bei Schul- und Unterrichtsentwicklung.
Das Projekt „Nightingale“ ist ein internationales Mentoringprogramm, das Studierende der Pädagogischen Hochschule mit Schüler*innen mit Beeinträchtigung und/oder Migrationsbiografie vernetzt. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit Schulen und Bildungseinrichtungen gefördert, um gute Praxisbeispiele zu entwickeln. Innovative Ansätze im Bereich Lernen und Lehren, wie Lernwerkstattkonzepte und barrierefreie Materialien, werden zur Verbesserung der Bildungschancen für alle eingesetzt. Das A:IB ist auch aktiv in der Forschung und Entwicklung, um didaktische Methoden für inklusiven Unterricht weiterzuentwickeln.
Die Entwicklungen rund um die Schule in der Castelligasse spiegeln somit nicht nur die architektonischen und finanziellen Herausforderungen wider, sondern auch das Bestreben, eine inklusive Bildung zu fördern, die den Bedürfnissen aller Schüler gerecht wird. Die Zukunft des Projekts hängt nun von der weiteren budgetären Entwicklung ab. Ob und wann der Umbau realisiert werden kann, bleibt abzuwarten. Für aktuelle Informationen und Details zu diesem Thema kann die Quelle konsultiert werden. Weitere architektonische Informationen sind auf der Website des Projekts zu finden, während das Thema inklusive Bildung auf der Seite der Pädagogischen Hochschule näher beleuchtet wird.