Im Herzen von Margareten fand am 24. März 2026 das erste Geh-Café des Jahres statt. Unter dem Motto „Margareten, wie sie will!“ trafen sich rund 100 interessierte Menschen im Scheupark, einem inklusiven, barrierefreien Erholungsraum. Die Veranstaltung diente nicht nur als gemütlicher Spaziergang, sondern auch als Plattform zur Diskussion über die Verbindung von Geschichte und Stadtentwicklung im Bezirk. Die Bezirksvertreterin Petra Permesser führte durch den Nachmittag und erzählte von bedeutenden Frauen, die Margareten geprägt haben.

Einer der Schwerpunkte lag auf der Aktivistin Helga Pankratz, die 1981 eine lesbische Gruppe innerhalb der HOSI gründete, sowie der Autorin Ines Rieder, die 2005 die erste große Ausstellung zu Homosexualität kuratierte. Ihre Geschichten wurden in den historischen Erzählungen von Permesser lebendig und regten zum Nachdenken über die Rolle von Frauen in der Stadtgeschichte an.

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Stadtentwicklungsprojekte und ihre Bedeutung

Ein zentrales Thema des Geh-Cafés waren die geplanten Veränderungen in der Ramperstorffergasse. Hier wird der Fahrbahnteiler entfernt und der Gehsteig nahezu verdoppelt, um die Sicherheit, insbesondere für Kinder, zu erhöhen. Auch die neuen Bäume, die Schatten spenden sollen, stehen im Zeichen der ökologischen Verbesserung. Solche Initiativen sind Teil der feministischen Stadtplanung, die darauf abzielt, den Bedürfnissen von Frauen und Familien gerecht zu werden und diese in den Mittelpunkt städtebaulicher Entwürfe zu stellen. Diese Planung ist notwendig, da die aktuelle Stadtentwicklung oft nicht auf die Vielfalt der Lebensrealitäten von Frauen eingeht, wie im Artikel von DBZ betont wird.

Ein weiterer Punkt der Diskussion war die Information über einen neuen Zwei-Richtungs-Radweg, der durch den Rudolf-Sallinger-Park führen soll. Diese neue Radinfrastruktur soll die Mobilität aller fördern und gleichzeitig die Sicherheit auf den Straßen erhöhen. Auch die Widerstandskämpferin Maria Restituta, die im Franziskus Spital mit einer Dauerausstellung gewürdigt wird, wurde als Beispiel für den Einfluss von starken Frauen in der Geschichte erwähnt.

Ehrung von Margarete Schütte-Lihotzky

Die letzte Station des Geh-Cafés war der Schütte-Lihotzky-Park, der der Bahnbrecherin in der Architektur gewidmet ist. Schütte-Lihotzky war nicht nur die erste Frau, die in Wien Architektur studierte, sondern auch eine wichtige Persönlichkeit im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ihr Engagement und ihre sozialen Projekte, einschließlich der Planung von Schulen und Gemeindebauten, hinterlassen noch heute Spuren in der Stadtentwicklung.

Das Geh-Café endete in entspannter Atmosphäre mit köstlichen Semmeln, Kaffee und süßen Kleinigkeiten. Die Teilnehmer:innen konnten nicht nur Neues über ihre Nachbarschaft erfahren, sondern auch aktiv an der zukünftigen Gestaltung ihres Wohnraums teilnehmen. So bleibt die Frage: Wie wird Margareten weiterhin „sein, wie es will“? Die Stadtentwicklung liegt in den Händen ihrer Bewohner:innen, und Initiativen wie das Geh-Café leisten einen wichtigen Beitrag dazu.