In Wien blickt die jüdische Gemeinde auf eine bewegte Geschichte zurück, die eng mit den Synagogen der Stadt verknüpft ist. Die Liste von Synagogen in Österreich verzeichnet sowohl bestehende als auch ehemalige jüdische Andachtsstätten. Dabei reicht die Geschichte der Synagogen in Wien bis in das Jahr 1204 zurück, als die älteste Synagoge an der Seitenstettengasse 2 erstmals erwähnt wurde. Diese Gebäude sind nicht nur Orte des Gebets, sondern fungieren auch als entscheidende Zentren für Lernen und Gemeinschaft innerhalb der jüdischen Gemeinde.

Der Judenplatz, der in den 1270er Jahren als Zentrum des Judenviertels entstand, bleibt ein geschichtsträchtiger Ort. Die erste Erwähnung einer Synagoge erfolgte 1294; archäologische Grabungen zeigen, dass diese Synagoge mit etwa 20 x 12 Metern recht klein war. Tragisch ist die Zerstörung der Synagoge während der Geserah im Jahr 1421, deren Steine später für den Bau der theologischen Fakultät verwendet wurden, was die schwierige Geschichte der Juden in Wien verdeutlicht.

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Ein Wandel über Jahrhunderte

Nach der Vertreibung der Juden im Jahr 1670 wurde die damalige Synagoge in die Leopoldskirche umgewandelt, während die jüdische Gemeinde in der Stadt sehr begrenzt war. Erst 1823 wurde den Juden die Genehmigung erteilt, den Wiener Stadttempel zu errichten, der 1826 eröffnet wurde und bis heute als einzige Synagoge in Wien durchgehend genutzt wird. Der 19. und der frühe 20. Jahrhundert brachten eine Vielzahl neuer Synagogen in Wien hervor; die Gründung von Tempelbauvereinen spielte dabei eine zentrale Rolle, um den Bau dieser Gotteshäuser zu finanzieren.

Bis 1938 existierten in Wien insgesamt sechs Synagogen der Israelitischen Kultusgemeinde sowie siebzehn von Tempelvereinen. Doch die Zerstörungen während des Novemberpogroms 1938 richteten nachhaltigen Schaden an: Zahlreiche Synagogen wurden dem Erdboden gleichgemacht, und das jüdische Gemeinwesen wurde dadurch stark dezimiert. Die meisten Ruinen dieser Gotteshäuser wurden nach 1938 abgerissen oder umgenutzt, und heute stehen an ehemals heiligen Orten oft Wohnhäuser.

Erinnerung und Gedenken

In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch viel getan. Im Jahr 1988 wurden Gedenktafeln angebracht, und 2018 folgten die „Sternstelen“, die an die längst vergangenen jüdischen Einrichtungen erinnern. Aktuell gibt es in Wien zwölf Synagogen sowie einige Bethäuser und Beträume. Eine umfassende Aufstellung über diese Einrichtungen ist in der Liste jüdischer Andachtsstätten in Wien zu finden, die detailsicher nach Bezirken und Adressen gegliedert ist und immer wieder durch die historische Dimension beeindruckt.

Die einzigartige Geschichte der Wiener Synagogen spiegelt nicht nur die Höhen und Tiefen der jüdischen Gemeinde wider, sondern auch die kulturelle Vielfalt der Stadt. Während die Zeit viele Synagogen verschwinden ließ, bleibt der Wille zur Erinnerung und das Bestreben, die Kultur und Tradition am Leben zu halten, ungebrochen. So lautet das Credo der Gemeinde: „Da liegt was an!“

Für weitere Informationen zu den Synagogen von Österreich, werfen Sie einen Blick auf die Wikipedia-Liste von Synagogen in Österreich, die eine detaillierte Aufstellung bietet, oder besuchen Sie das Wien Geschichte Wiki für tiefere Einblicke in die Geschichte und Bedeutung dieser Gotteshäuser.