Wien kennt eine stolze Geschichte der jüdischen Gemeinschaft, die tief in der Stadt verwurzelt ist. Die Liste von Synagogen in Österreich zeigt eindrucksvoll, wie viele Gebetshäuser einst eine zentrale Rolle im Leben der jüdischen Bevölkerung spielten. Die heutigen Statistiken sind dabei nur ein Abglanz dieser früheren Blütezeit, in der es noch viele Synagogen und Bethäuser in der Stadt gab. So ist die Liste keineswegs vollständig, da sie auch ehemalige Synagogen umfasst, die heute nur mehr in den Erinnerungen der Menschen existieren.

Ein Blick in die Geschichte verrät uns viel über die Entwicklung dieser jüdischen Andachtsstätten. Laut dem Geschichtewiki Wien war die älteste Synagoge in Wien bereits 1204 erwähnt. An der Seitenstettengasse 2 stand sie, ein Zeugnis einer reichen Tradition. Im Laufe der Jahrhunderte wurden im Judenviertel, das in den 1270er Jahren entstand, immer wieder Synagogen errichtet und genutzt. Eine erste Erwähnung einer Synagoge stammt aus dem Jahr 1294, wo archäologische Funde auf eine Struktur von etwa 20 x 12 Metern hinweisen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Von Blütezeiten und Zerstörung

Die Geschichte dieser Gebetshäuser erzählt auch von leidvollen Zeiten. Die Synagoge im Schulhof der Juden wurde 1421 während der Geserah zerstört, was einen tiefen Einschnitt für die jüdische Gemeinde bedeutete. Ab dem Jahr 1624 war den Juden ein Wohngebiet im Unteren Werd zugewiesen, wo weitere Synagogen errichtet wurden. So entstand unter Rabbiner Jomtop Lipmann Heller die „Alte“ Synagoge, während nach 1650 die „Neue“ Synagoge gebaut wurde. Leider wurde nach der Vertreibung der Juden 1670 die Synagoge in eine Kirche umgewandelt.

Ein weiterer dunkler Abschnitt in der Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Wien ist das Jahr 1938, als während des Novemberpogroms viele Synagogen in Flammen aufgegangen sind. Dies führte zur nahezu vollständigen Auslöschung des jüdischen Gemeinwesens in der Stadt. Auch die Ruinen der zerstörten Synagogen wurden nach 1938 oft dem Erdboden gleichgemacht oder anderweitig genutzt. Heute stehen an diesen Orten meist Wohnhäuser, und nur gelegentliche Gedenktafeln erinnern an die einst blühenden jüdischen Gemeinden.

Die Gegenwart

Glücklicherweise gibt es auch positive Entwicklungen. Der Wiener Stadttempel, die einzige Synagoge, die seit 1826 durchgehend genutzt wird, ist ein Zeichen des fortdauernden jüdischen Lebens in Wien. Bei einer Zählung im Jahr 1996 waren noch zwölf Synagogen in der Stadt aktiv, doch 2017 konnte die Anzahl auf sechzehn steigen, inklusive Bethäuser und Beträume. Diese Entwicklungen zeigen, dass es trotz aller Widerstände eine Erneuerung und Wiederbelebung gibt!

Viele Veranstaltungen und Gedenkfeiern finden mittlerweile statt, um das Gedächtnis an die zerstörte Kultur wachzuhalten. Gedenktafeln, die 1988 angebracht wurden, sowie „Sternstelen“, die 2018 hinzugefügt wurden, erinnern an die Geschichte der Synagogen in Wien und deren wichtigen Stellenwert in der Gesellschaft. Für Interessierte bietet die Liste jüdischer Andachtsstätten in Wien eine umfassende Übersicht über die noch bestehenden und ehemaligen Synagogen dieser Stadt.