Die Heiligen des Tages: Mutige Märtyrerinnen und kraftvolle Klostergründerinnen
Erfahren Sie mehr über die Heiligen des 18. Januar, darunter Hl. Priska, Hl. Margareta und Hl. Odilo, sowie ihr Erbe.

Die Heiligen des Tages: Mutige Märtyrerinnen und kraftvolle Klostergründerinnen
Am 18. Januar gedenken viele dem heiligen Odilo, der im Jahr 748 als Herzog von Bayern und Klostergründer starb. Er hat die Kirche in Bayern maßgeblich neu geordnet und das Kloster Niederaltaich ins Leben gerufen. Legendär ist sein Engagement: Er beauftragte Bonifatius mit dem Wiederaufbau der Kirche in der Region und setzte Virgilius als Bischof von Salzburg ein.
Doch an diesem Tag sind nicht nur seine Verdienste im Fokus. Auch die heilige Priska, die im 1. Jahrhundert in Rom lebte und von Petrus getauft wurde, sowie die heilige Margareta von Ungarn, die 1242 in Kroatien geboren wurde, werden von Gläubigen geehrt. Letztere trat mit nur 12 Jahren in ein Dominikanerinnenkloster ein und wählte, trotz Heiratsanfragen, ein Leben in Jungfräulichkeit.
Jungfräulichkeit in der christlichen Tradition
Die Idee der Jungfräulichkeit hat eine lange Tradition in der christlichen Morallehre. Diese Tugend stellt die freiwillige Enthaltsamkeit bis zum Lebensende dar und wurde von vielen bedeutenden Geistern der Kirche vorangetrieben. Beispielsweise warnte der heilige Hieronymus davor, dass die Ehe Frauen oft in die Abhängigkeit von Männern bringen kann. Der heilige Augustinus dagegen wertete je nach Lebensweg Ehe und Enthaltsamkeit unterschiedlich, wobei er der Enthaltsamkeit den höheren Rang zubilligte.
Jungfräulichkeit galt nicht nur als persönliche Tugend, sondern auch als ein Zeichen des Glaubens. Auf dem Weg zum idealen Christen wurde sie als ein erstrebenswertes Ziel betrachtet, das mit einem höheren Lohn im Jenseits verbunden war. Inkorrupte Jungfrauen hatten demnach einen Anspruch auf den hundertfachen Lohn, während verheiratete Frauen nur den dreißigfachen Lohn erhalten würden, es sei denn, sie lebten in einer „geistlichen Ehe“.
Von der Antike bis zur Neuzeit
Die Auseinandersetzung mit dem Konzept der Jungfräulichkeit erlebte auch durch Papst Pius XII. neuen Aufwind, als er am 25. März 1954 das Lehrschreiben „Sacra Virginitas“ veröffentlichte. Darin wurde die Jungfräulichkeit als höherwertig angesehen und als Teil eines christlichen Lebensstils gepriesen. Trotz moderner Einflüsse bleibt der Zölibat für römisch-katholische Priester bestehen, auch wenn er in der heutigen Zeit zunehmend in Frage gestellt wird.
Das Zweite Vatikanische Konzil wertete 1965 die Sichtweise, die Jungfräulichkeit als höchsten Wert zu betrachten, offiziell ab, was zeigt, wie die Diskussion um dieses Thema auch weiterhin einen Raum in der Kirche einnimmt. Dennoch gibt es nach wie vor Frauen, die sich diesem idealen Lebensstil verschreiben und Geweihten Jungfrauen, die aktiv im Berufsleben stehen und gleichzeitig ihr Gelübde ablegen.
So bleibt die Thematik der Jungfräulichkeit, wie sie durch die Jahrhunderte hindurch geprägt wurde, ein spannendes und vielschichtiges Thema im Kontext der christlichen Glaubensgemeinschaft.