Im Herzen von Wien, wo die Geschichte auf Schritt und Tritt spürbar ist, erinnern wir uns an außergewöhnliche Frauen, die durch ihr Leben und ihren Glauben tiefe Spuren hinterlassen haben. Diese Frauen, von der Heiligen Priska bis zur Seligen Regina Protmann, stehen exemplarisch für die Tugend der Jungfräulichkeit und die Hingabe an Gott. Ihre Geschichten sind nicht nur inspirierend, sondern auch ein bedeutender Teil der christlichen Tradition.

Die Hl. Priska lebte im 1. Jahrhundert in Rom und wurde der Überlieferung nach von Petrus getauft. Sie starb im Alter von nur 13 Jahren als Märtyrerin. Ihr frühes Leben und der Mut, den sie in ihrem Glauben zeigte, sind bis heute ein Zeichen für die Kraft des Glaubens, selbst in den schwierigsten Zeiten.

Die Heilige Margareta von Ungarn

Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist die Hl. Margareta von Ungarn, die 1242 in Kroatien geboren wurde und 1270 in Budapest starb. Als Tochter von Béla IV. von Ungarn wurde sie im Alter von dreieinhalb Jahren ins Dominikanerinnenkloster von Veszprem gebracht und trat mit 12 Jahren in das von ihrem Vater gegründete Kloster auf der Margareteninsel ein. Ihre Ablehnung einer Heiratsanfrage zur Bewahrung ihrer Jungfräulichkeit und ihr Engagement in der Krankenpflege sind herausragende Aspekte ihres Lebens.

Zusätzlich sind die Hl. Faustina und die Hl. Liberata, die am 15. Januar 580 in Como starben, weitere bedeutende Figuren. Als Klostergründerinnen bei Piacenza hinterließen sie ein Erbe der Nächstenliebe und der Hingabe an Gott. Ihre Entscheidung, ins Kloster zu gehen, wurde von einer tiefen spirituellen Erfahrung geprägt, die ihr Leben und das ihrer Gemeinschaft nachhaltig beeinflusste.

Der Zölibat und die Jungfräulichkeit im Christentum

Ein zentrales Thema, das sich durch die Geschichten dieser Heiligen zieht, ist die Jungfräulichkeit. Papst Pius XII. veröffentlichte am 25. März 1954 das Lehrschreiben „Sacra Virginitas“, das die christlichen Ideale der Jungfräulichkeit, orientiert an der Mutter Jesu, verteidigt. Jesus selbst spricht im Evangelium von freiwilliger Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen, was das Ideal der Jungfräulichkeit weiter festigte.

In der alten Kirche war der Verzicht auf Ehe und Sexualität ein Ausnahmeweg, der vor allem durch Einsiedler und Klöster populär wurde. Die katholische Kirche erteilt Frauen die Jungfrauenweihe, die ein persönliches Gelübde ablegen. Geweihte Jungfrauen leben meist in der Welt und üben weltliche Berufe aus, wodurch sie das Ideal der Jungfräulichkeit in das alltägliche Leben integrieren.

Die Bedeutung der Jungfräulichkeit

Jungfräulichkeit, die in der christlichen Morallehre als eine Tugend der lebenslangen freiwilligen sexuellen Enthaltsamkeit verstanden wird, hat in vielen kulturellen und religiösen Kontexten eine hohe Bedeutung. Der heilige Hieronymus argumentierte, dass sie Frauen vor der Tyrannei eines Ehemanns und den Gefahren des Kindbetts schützt. Auch der heilige Augustinus betrachtete Enthaltsamkeit als das höhere Gut im Gegensatz zur Ehe.

Im Volksglauben und in Märchen spielt die Figur der Jungfrau eine bedeutende Rolle. Sie wird oft mit Fruchtbarkeitszaubern und Frühlingsriten in Verbindung gebracht. Märchen erzählen von der vom Drachen gefangenen Jungfrau und ihren Abenteuern. Diese Darstellungen zeigen, wie tief das Ideal der Jungfräulichkeit in der menschlichen Kultur verwurzelt ist.

Die Geschichten dieser Heiligen und das Konzept der Jungfräulichkeit sind nicht nur historische Relikte, sondern lebendige Teile unserer spirituellen Tradition, die auch heute noch viele Menschen inspirieren. Für weitere Informationen zu diesen Themen können Sie die vollständigen Quellen unter diesem Link, hier und hier einsehen.