Kritik am Zuzug: St. Pölten soll nicht zum Wien der Flüchtlinge werden
St. Pölten erreicht 60.000 Einwohner; Kritik am Zuzug aus dem Ausland. Gemeinderatswahl am 25. Januar 2026 entscheidend.

Kritik am Zuzug: St. Pölten soll nicht zum Wien der Flüchtlinge werden
Die Stadt St. Pölten hat einen markanten demografischen Wandel durchlebt. Anfang Juli 2025 überschritt die Bevölkerung erstmals die 60.000-Einwohner-Marke. Bürgermeister Matthias Stadler (SP) hebt die menschliche und soziale Ausrichtung der Stadt hervor, steht jedoch auch der zunehmenden Kritik gegenüber, insbesondere seitens der FPÖ. Laut Heute bezeichnet FP-Spitzenkandidat Martin Antauer den Zuzug von über 7.835 Menschen seit 2012 als „ein einziges Asylprogramm auf Kosten der Steuerzahler“. Besonders betroffen sei die Sozialhilfe – von den 1.300 Empfängern in der Stadt seien laut Antauer 75 Prozent Ausländer.
Ein Blick auf die Daten offenbart, dass seit 2015 mehr als 2.000 Syrer, Afghanen und Iraker in St. Pölten eine neue Heimat gefunden haben. Der Zuzug spiegelt sich auch im allgemeinen Trend der Migration wider: Im Jahr 2024 betrug der Ausländeranteil in Österreich bereits etwa 20 Prozent, ein Anstieg im Vergleich zu 13 Prozent im Jahr 2015 Statista. Eindeutig zeigt sich hier eine verstärkte Einwanderung aus Ländern wie Syrien und Afghanistan, die auch in St. Pölten sichtbar ist. Die kommende Gemeinderatswahl am 25. Januar 2026 könnte in diesem Kontext wegweisend sein.
Soziale Herausforderungen und Integrationsangebote
St. Pölten hat durch den Zuzug eine Vielzahl von Herausforderungen zu meistern. Die Stadtregierung hat darauf reagiert und zahlreiche Beratungsstellen für Zuwanderer eingerichtet. Diese Angebote umfassen Informationen und Unterstützung in verschiedenen Lebenslagen; vom Arbeitsmarktservice bis hin zu spezialisierte Beratungen für Migranten St. Pölten. Die Unterstützung reicht von der Erteilung von Niederlassungsbewilligungen bis hin zur sozialen Integration.
Die Ansprechpartner sind vielfältig, darunter das Arbeitsmarktservice (Daniel-Gran-Straße 10) und mehrere Beratungszentren wie die Flüchtlingsberatung und das Integrations- und Bildungszentrum des Diakonie Flüchtlingsdienstes. Diese Anlaufstellen sind essenziell, um den Zugezogenen zu helfen, sich in der neuen Heimat rechtzeitig einzuleben und ein aktives Teil der Gesellschaft zu werden.
Öffentliche Diskussion und politische Impulse
Die kritischen Stimmen zur Integrationspolitik nehmen zu. Martin Antauer bezeichnet St. Pölten gar als „Paradies für Wirtschaftsflüchtlinge“ und fordert einen Wechsel in der Bürgermeisterschaft. Der Tenor rund um die soziale Gerechtigkeit und die Kostenentwicklung sorgt für hitzige Debatten und beeinflusst die politische Agenda Heute.
Die Herausforderungen der Stadt sind vielschichtig und könnten in der Zukunft auch zu einer verstärkten Diskussion über Sicherheit und Integration führen. Laut aktuellen Berichten hat die Zahl der rassistischen Vorfälle in Österreich zugenommen, was den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen zusätzlich belasten könnte. Laut Statista wurde 2024 ein Anstieg rechter Straftaten verzeichnet, die im Vorjahr nicht annähernd in diesem Ausmaß vorhanden waren.
St. Pölten steht also vor einem Balanceakt: Wie gelingt es, die Integration der vielen Zugezogenen zu gewährleisten und gleichzeitig die sozialen Spannungen in der Bevölkerung zu berücksichtigen? Die kommenden Wahlen werden sicher zeigen, wie die Stadtleitung auf diese Herausforderungen reagiert und welche Antworten sie den Bürgern anbieten kann.