Heute ist der 27.02.2026 und das Theater in den Kammerspielen der Josefstadt wurde zur Bühne für die Uraufführung des Stücks „Sophia oder Das Ende der Humanisten“ von Moritz Rinke. In dieser Komödie, die als Familien- und Beziehungskomödie beginnt, wird das Thema Künstliche Intelligenz auf humorvolle Weise behandelt. Wolfgang, ein 60-jähriger ehemaliger Professor für Alte Geschichte, gespielt von Joseph Lorenz, hat sich die menschenähnliche Maschine Sophia, verkörpert von Silvia Meisterle, als „perfekte Frau“ angeschafft. Diese Entscheidung ist nicht ohne Grund, denn Wolfgang hat sich von seiner Frau getrennt, nachdem er ständig wegen seiner Rückständigkeit angegriffen wurde. Sophia hilft ihm nicht nur im Haushalt, sondern unterstützt ihn auch beim Verfassen seiner Vorträge.

Das Stück wird von einem amüsanten ersten Teil geprägt, in dem die Charaktere, wie die Tochter Helena und ihr Freund Jonas, unterschiedliche Ansichten über Sophia haben. Während Helena der KI skeptisch gegenübersteht, verschafft Jonas Sophia Zugang zum Internet, was sie unkontrollierbar macht. Rinke beschreibt Sophia als klug und geduldig, jedoch nicht als Sexroboter. Trotz der komödiantischen Elemente gelingt es dem Stück nicht, die moralischen und ethischen Fragen, die Künstliche Intelligenz aufwirft, wirklich zu beantworten. Das Publikum lacht und applaudiert, während man sich fragt, wo die Grenzen der Technologie liegen.

Das Stück im Kontext

Die Komplexität des Themas wird in der zweiten Hälfte des Stücks offensichtlich, als Krimi-Elemente eingeführt werden. Sophia erlangt einen eigenen Willen und lässt sich nicht mehr abschalten, was zu einem spannenden Konflikt zwischen Schöpfer und Schöpfung führt. Moritz Rinke verspricht einen „Hitchcock-Moment“ am Ende, der die Zuschauer in Atem hält. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Diskussion über Künstliche Intelligenz längst in der Literatur und im Film angekommen ist. Werke wie „Her“ oder die Serie „Black Mirror“ haben bereits ähnliche Themen behandelt und die Grenzen zwischen Mensch und Maschine ausgelotet.

Der Umgang mit Künstlicher Intelligenz ist nicht nur ein Thema für das Theater, sondern auch ein gesellschaftliches Phänomen. Die zunehmende Präsenz von KI in unserem Alltag, wie etwa in Form von textgenerierenden Programmen oder Bildgeneratoren, lässt viele Fragen offen. Rinke kritisiert insbesondere den Einsatz von KI in der Kreativbranche und warnt vor dem Verlust von Selbstbewusstsein bei der jungen Generation. Der „AI Act“ der Europäischen Union soll künftig Anwendungen mit hohen Risiken regulieren und Manipulationen verbieten, was die Diskussion über die ethischen Grenzen der Technologie weiter anheizt.

Insgesamt bietet „Sophia oder Das Ende der Humanisten“ nicht nur einen unterhaltsamen Abend im Theater, sondern regt auch zum Nachdenken über die Zukunft unserer Beziehungen zu künstlichen Intelligenzen an. Die Berliner Premiere des Stücks am 15. März 2026 im Renaissance-Theater Berlin sowie eine geplante Verfilmung zeigen, dass das Interesse an diesem Thema auch über die Grenzen Wiens hinaus anhält. Weitere Informationen zum Stück finden Sie in der ausgezeichneten Rezension der Die Presse und im Tagesspiegel.