Der Stadtteil Michelbeuern, gelegen im 9. Bezirk von Wien, dem Alsergrund, hat eine bewegte Geschichte, die bis ins Jahr 1072 zurückreicht. Ursprünglich war der Großteil der Fläche von Michelbeuern dem beeindruckenden Wiener Allgemeinen Krankenhaus gewidmet. Der Name Michelbeuern selbst leitet sich vom Benediktinerkloster Michelbeuren in Salzburg ab. Diese geografische Region war einst für ihre Weinberge, Wiesen und Wälder bekannt, die in historischen Dokumenten als Hof zu Waring erwähnt wurden. Mit dem Bau des Linienwalls im Jahr 1704 wurde das Gebiet von Michelbeuren von Währing abgetrennt und in die Alservorstadt integriert.

Das Gebiet von Michelbeuern, das im Westen an den Linienwall, im Süden an den Fluss Als und im Norden an den Währingfluss grenzte, blieb bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts dünn besiedelt. Die Brünnlbad-Bäder und die Brünnlmühle am Als-Fluss waren wichtige Anlaufstellen. Im Norden gab es ein Zollamt, das hauptsächlich der Ziegelproduktion diente. Die industrielle Entwicklung nahm mit der Gründung der Dampfmaschinenfabrik k.k. privilegierte Dampfmaschinenfabrik AG in der Eisengasse (heute Wilhelm-Exner-Gasse) im Jahr 1836 Fahrt auf. Ab 1848 kam es dann zu einem markanten Wandel, als die psychiatrische Einrichtung Niederösterreichische Landesirrenanstalt von Architekt Ferdinand Fellner erbaut wurde, die bis zu ihrem Abriss 1974 als solche diente, um Platz für neue Gebäude des Wiener Allgemeinen Krankenhauses zu schaffen. Die geografischen Koordinaten von Michelbeuern sind 48°13′19″N 16°21′04″E.

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Von der Alservorstadt zur modernen Vorstadt

Michelbeuern, auch bekannt als Michelbeuerngrund oder Michaelbayrischer Grund, war von 1072 bis 1850 eine eigenständige Vorstadt. Die erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle, die später zur Währinger Kirche „Zur heiligen Gertrud“ wurde, datiert aus dem Jahr 1226. Ab 1795 war Michelbeuern eine selbstständige Vorstadt, bevor es 1861 in den 9. Bezirk Alsergrund eingemeindet wurde. Die Ansiedlung entstand aus den Rieden des Benediktinerstifts Michaelbeuern, und die Bezeichnung Michelbeuerngrund wurde ab 1796 verwendet, als Ziegelöfen und Wohnhäuser das Bild prägten. Im Jahr 1786 wurde die Grundherrschaft für 9.000 Gulden an den Magistrat verkauft.

Die Einwohnerzahlen von Michelbeuern stiegen im Laufe der Jahrhunderte erheblich an. So lebten 1830 lediglich 379 Menschen in der Gegend, während die Zahl im Jahr 1856 bereits auf 4.542 angestiegen war. Diese Entwicklung ging einher mit einer Zunahme der Häuserzahlen, die von 24 im Jahr 1798 auf 55 im Jahr 1856 kletterte. Bedeutende Einrichtungen wie das Versorgungshaus „Zum blauen Hergott“, 1730 eingerichtet, und die Niederösterreichische Landesirrenanstalt, die von 1848 bis 1852 in Betrieb war, unterstreichen die Rolle Michelbeuerns als Gesundheitsstandort.

Der Alsergrund im Wandel der Zeit

Der Alsergrund, als 9. Wiener Gemeindebezirk, wurde 1850 eingemeindet. Vorstädte wurden damals zu einer einheitlichen Ortsgemeinde zusammengefasst. Zuvor war der Alsergrund von 1850 bis 1861 der 8. Bezirk, bevor er seine heutige Nummerierung erhielt. Historisch gesehen war die Region bereits zur Römerzeit von Bedeutung, als eine wichtige Verkehrsverbindung, die Limes-Straße, existierte. Die ersten Ansiedlungen im Mittelalter legten den Grundstein für die Entwicklung, die auch durch Zerstörungen und Rückschläge während der Ungarn- und Türkenkriege geprägt war.

Die medizinische Tradition des Alsergrunds begann mit der Gründung eines Hospitals für Aussatzkranke im Jahr 1179. Nach dem Wiederaufbau im 17. Jahrhundert und der Anlage des Linienwalls erlebte die Region eine Expansion. Die Gründung des Allgemeinen Krankenhauses im Jahr 1784 sowie die zahlreiche Neubauten nach 1850 haben entscheidend zur heutigen Bausubstanz beigetragen. Historische Ereignisse, wie die Wiener Oktoberrevolution 1848, und die Belastungen durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg haben ebenfalls ihren Teil zur Entwicklung des Alsergrunds beigetragen.

Insgesamt zeigt die Geschichte von Michelbeuern und dem Alsergrund, wie sich dieser Stadtteil von landwirtschaftlichen Wurzeln hin zu einem bedeutenden Gesundheitsstandort entwickelt hat. Die spannende Vergangenheit und die fortwährenden Veränderungen machen Michelbeuern zu einem einzigartigen Teil von Wien, der sowohl historische als auch moderne Elemente in sich vereint.

Für weitere Informationen zur Geschichte Michelbeuerns kann die Wikipedia-Seite konsultiert werden. Zusätzlich bietet das Geschichtewiki vertiefende Einblicke in die Entwicklung der Region. Informationen über den Alsergrund sind auf der Wikipedia-Seite zur Geschichte des Alsergrunds zu finden.