Wien wird in der kommenden Zeit für Kostümschneider und Mozartliebhaber gleichermaßen interessant bleiben. Die Stadt verschärft nämlich die Regeln für die berüchtigten „Mozartverkäufer“, in den Innenstadt-Hotspots. Ein Verbot für den Ticketverkauf an Orten wie Stephansplatz, Kärntner Straße, Herbert-von-Karajan-Platz und dem Graben steht auf der politischen Agenda. Dies hat die Planungsstadträtin Ulli Sima in Aussicht gestellt, wie auch auf meinbezirk.at zu lesen ist.
Der Grund für diese drastische Maßnahme? Eine Zunahme an Beschwerden und hunderte von Verstößen gegen die bestehende Regelung. Bereits 2021 wurde eine Zonierungsverordnung eingeführt, die den gewerblichen Ticketverkauf im öffentlichen Raum deutlich einschränken sollte. Damals wurden maximal 18genehmigte Standorte festgelegt, wobei sensible Bereiche wie der Hauptportal des Stephansdoms gesperrt blieben.
Ein unhaltbarer Zustand
Die Kontrollen des Magistrats zeigen ein alarmierendes Bild: Viele Ticketverkäufer agieren ohne Genehmigung, insbesondere rund um den Stephansdom. Im Jahr 2024 kam es an 42 Aktionstagen zur Überprüfung von 579 Verkaufsstellen. Dabei wurden unglaubliche 299 Verstöße registriert, was mehr als der Hälfte der Kontrollen entspricht. Diese hohen Zahlen sind ein deutliches Zeichen für den Handlungsbedarf, wie auch der Kurier berichtet.
Doch nicht nur der Magistrat selbst hat die Nase voll. Beschwerden kamen auch von Institutionen wie der Staatsoper und Wien Tourismus. Passanten und Touristen beschweren sich vermehrt über das aufdringliche Verhalten der Verkäufer, die oft mehr als nur spielerisch mit den potenziellen Käufern kommunizieren. Hier wird kein gutes Geschäft für die Stadt gemacht; ganz im Gegenteil, die Kunden fühlen sich belästigt.
Was steht als Nächstes an?
Die neue Verordnung, die zur Begutachtung vorliegt, gibt den Bürger:innen eine vierwöchige Frist, um Stellungnahmen abzugeben. Ab Anfang Mai könnte das Verbot in Kraft treten, sofern alles nach Plan verläuft. Sima ist überzeugt, dass die Verschärfung der Regeln notwendig ist, um dem unerwünschten Verhalten der „Mozartverkäufer“ einen Riegel vorzuschieben. Die Ansichten diesbezüglich scheinen quer durch die Parteien zu harmonieren; auch Markus Figl, der City-Bezirksvorsteher und ÖVP-Chef, hat in der Vergangenheit seinen Unmut über die Situation geäußert, wodurch die politische Unterstützung für die Maßnahmen philologisch gesichert ist.
In der Zwischenzeit bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion rund um die Mozartverkäufer entwickeln wird. Sicher ist, dass viele Wiener und Touristen die Innenstadt auch in Zukunft genießen wollen, ohne dabei ständig von aufdringlichen Verkäufern bedrängt zu werden. Diese Situation darf nicht länger inakzeptabel bleiben, das hat die Stadt erkannt und handelt.