In der Wiener Innenstadt stehen tiefgreifende Veränderungen bevor: Ab Anfang Mai 2024 wird es verkleideten „Mozarts“ untersagt sein, Tickets für das beliebte „Wiener Mozart Konzert“ zu verkaufen. Diese Regelung betrifft zentrale Plätze wie den Stephansplatz, den Graben, die Kärntner Straße und den Herbert-von-Karajan-Platz. Ibrahim Murtezi, der seit über 15 Jahren als Ticketverkäufer am Michaelerplatz arbeitet, äußert sich entsetzt über das geplante Verbot und macht sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz und den seiner Kollegen, wie Valon Aliu. Der Grund für diese Entscheidung sind zunehmende Beschwerden über das Verhalten der Verkäufer sowie Regelverstöße bei Kontrollen, die das Stadtbild und die touristische Qualität beeinträchtigen.
Norbert Kettner, Geschäftsführer des WienTourismus, hat das Verbot bereits begrüßt. Er sieht darin einen wichtigen Schritt zur Qualitätssteigerung im Tourismus und zum Schutz des öffentlichen Raums. „Wien wird als Premiumdestination wahrgenommen; Destinationsmarketing setzt auf Qualität“, betont Kettner. Er erklärt, dass die im Straßenverkauf angebotenen Tickets nicht immer dem Qualitätsversprechen entsprechen und hebt hervor, dass der öffentliche Raum ein wertvolles Gut ist, das geschützt werden muss.
Reaktionen auf das Verbot
Gertraud Schmidt von der Wirtschaftskammer Wien sieht das Verbot als Erleichterung für Fremdenführer, da gefälschte Tickets ein ernsthaftes Problem darstellen. Auch Mentor Konjuhi, der seit über 25 Jahren Tickets verkauft, äußert Bedenken: „Die Stadt wird ohne Straßenverkäufer Geld verlieren.“ In der Diskussion um das Verbot wird deutlich, dass es unterschiedliche Perspektiven gibt, die die Debatte um die Ticketverkäufer in Wien prägen.
Philipp Grünbacher, Geschäftsführer des Wiener Mozart Konzertes, kritisiert das Verbot als unfair und fordert klare Regeln sowie Kontrollen, um Missstände zu vermeiden. Vor Inkrafttreten des Verbots wird eine vierwöchige Begutachtungsfrist eingerichtet, in der Stellungnahmen abgegeben werden können.
Unterstützung aus der Bevölkerung
Die Entscheidung für das Verbot spiegelt auch die Meinung der Wiener Bevölkerung wider: Laut einer aktuellen Tourismusakzeptanzbefragung sprechen sich 55% der Wiener:innen für eine strengere Regulierung des Straßenverkaufs aus. Neun von zehn Wiener:innen äußern sich positiv zum Tourismus, legen jedoch großen Wert auf geordnete Strukturen zur Sicherung der Lebensqualität in der Stadt. Dieses Verbot greift eine langjährige Forderung der Visitor Economy und der Wiener Bevölkerung auf, die einen geordneten und qualitativ hochwertigen Tourismus anstreben.
Insgesamt soll das Verbot mehr Ordnung und Qualität im öffentlichen Raum schaffen und ist Teil der Visitor Economy Strategie, die den Tourismusstandort Wien nachhaltig und qualitätsvoll gestalten möchte. Kettner dankt der Stadt Wien für die Umsetzung dieser Maßnahme und sieht sie als bedeutenden Fortschritt für die Zukunft des Wiener Tourismus.
Für weitere Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte die Artikel im Kurier oder lesen Sie die Stellungnahme von WienTourismus.