Die Wiener Startup-Szene hat einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Das Matratzen-Startup MATR wird liquidiert, nachdem das Unternehmen in den letzten Jahren mit einem ehrgeizigen Plan auf den Markt drängte. Die ursprüngliche Idee, nachhaltige Matratzen zu produzieren, konnte sich leider nicht durchsetzen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Marketingproblemen bis hin zu finanziellen Schwierigkeiten. Das berichtete brutkasten in der aktuellen Printausgabe.
Obwohl der positive Trend ökologischer Produkte weiterhin hoch im Kurs steht, hat MATR offenbar nicht das richtige Händchen gefunden, um sich langfristig am Markt zu etablieren. Die Liquidation bedeutet nicht nur das Ende eines vielversprechenden Projekts, sondern auch einen Verlust für die Wiener Wirtschaft und die Innovationskraft des Startups.
Bauunternehmen im Umbruch
Auf der anderen Seite ist die Bauwirtschaft in Wien ebenfalls auf einem spannenden Weg. Der Baukonzern PORR hat zuletzt mehrere innovative Maßnahmen ergriffen, um umweltfreundlicher zu arbeiten. So wurden im 14. Wiener Gemeindebezirk 2025 neue Wasserleitungen mit elektrisch betriebenen Geräten verlegt. Dies geschieht im Einklang mit den Bestrebungen, die Emissionen durch den Einsatz moderner Elektromotoren zu reduzieren. Laut PORR-CEO Karl-Heinz Strauss scheint die Nutzung von Wasserstoff als alternativer Energieträger großes Potenzial zu bieten.
Ein eindrucksvolles Beispiel dieser Bemühungen war der weltweit erste Einsatz eines Wasserstoff-Baggerladers im Oktober 2025 im 6. Bezirk. Dabei konnten die Emissionen des Bautrupps um immerhin bis zu 90 Prozent gesenkt werden. So werden die größten Emissionstreiber wie Beton und Asphalt gezielt angegangen, um die Bauindustrie nachhaltiger zu gestalten.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein spannendes Forschungsprojekt namens „SmartStreet“ wird gemeinsam mit der Universität Innsbruck durchgeführt. Hierbei wird Künstliche Intelligenz verwendet, um optimale Mischverhältnisse von Asphalt und Beton zu ermitteln und Recyclingmaterial besser zu integrieren. PORR plant bis 2030 eine signifikante Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 43 Prozent sowie der Scope-3-Emissionen um 25 Prozent.
Ein weiteres beeindruckendes Vorhaben ist die Inbetriebnahme eines Gips-zu-Gips-Recyclingwerks in Stockerau, welches jährlich bis zu 60.000 Tonnen Altgips aufbereiten kann. Selbst die Asphaltmischanlage in Wien-Simmering wurde 2024 modernisiert, um bis zu 100 Prozent Recyclingmaterial zu verarbeiten. Auch an der Senkung der Produktionstemperatur von Asphalt um 30 Grad Celsius wird geforscht, was den CO2-Ausstoß um etwa 22 Prozent verringern könnte.
Diese Projekte sind zentraler Bestandteil der ESG-Strategie von PORR, die aus 18 messbaren Zielen und 55 konkreten Maßnahmen besteht. Zusammenarbeit mit innovativen Startups wird gefördert, um klimafreundliche und effiziente Bauprozesse zu schaffen.
In einer ähnlichen Richtung geht auch das Unternehmen Remondis, das ein starkes Recyclingprogramm in Deutschland etabliert hat. Mit einer Partnerschaft zu ABB arbeitet Remondis daran, alte Elektromotoren umweltfreundlich zu recyceln. Remondis sammelt und bereitet jährlich über 20 Millionen Tonnen Stoffströme auf und ist einer der führenden Dienstleister im Bereich Recycling und Abfallwirtschaft, wie man auf destination-zukunft nachlesen kann. Die Expertise in der Branche und das weitreichende Verwertungsnetzwerk ermöglichen es dem Unternehmen, nachhaltige Lösungen anzubieten.
Der Wandel in der Bauwirtschaft und im Recyclingsektor zeigt, dass trotz der Schwierigkeiten, die manche Startups erleben, ein starkes Engagement für Nachhaltigkeit und Innovation in der Wiener Wirtschaft vorhanden ist. Nun bleibt abzuwarten, wie sich diese Trends weiter entwickeln und welche neuen Ideen noch auf den Markt kommen werden.