Lwiw im Krieg: Psychische Belastungen und der Kampf um Normalität

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Lwiw kämpft unter dem Krieg mit psychischen Gesundheitskrisen, während Unterstützung und Solidarität bei Rückkehrern gefragt sind.

Lwiw kämpft unter dem Krieg mit psychischen Gesundheitskrisen, während Unterstützung und Solidarität bei Rückkehrern gefragt sind.
Lwiw kämpft unter dem Krieg mit psychischen Gesundheitskrisen, während Unterstützung und Solidarität bei Rückkehrern gefragt sind.

Lwiw im Krieg: Psychische Belastungen und der Kampf um Normalität

In Lwiw, einer Stadt im Westen der Ukraine, zeigt sich der Alltag untrennbar verbunden mit den Schatten des Krieges. Rund 58.000 Menschen aus der Region kämpfen an der Front, und Hunderttausende Binnenflüchtlinge haben hier Zuflucht gesucht. Diese massive Fluchtbewegung stellt die Stadt vor immense Herausforderungen, besonders in der Bereitstellung öffentlicher Bunker für Schutzsuchende, da viele Wohnungen nicht über sichere Keller verfügen. Lwiw muss sich anpassen und barrierefrei werden, besonders für die vielen verwundeten Soldaten, die ohne Arme oder Beine zurückkehren werden. Der Krieg verändert nicht nur das Straßenbild, sondern auch die Sozial- und Gesundheitssysteme der Stadt.

Wie die Neos Website berichtet, wird die mentale Gesundheit in der Ukraine zunehmend zum zentralen Thema. Institutionen wie Universitäten, NGOs und Frauenhäuser setzen sich intensiv damit auseinander. Psychische Stabilität wird zur Überlebensstrategie, während Initiativen versucht werden, die Bevölkerung psychologisch zu unterstützen und Kriegsrückkehrer psychologisch aufzufangen.

Krise der mentalen Gesundheit

Der anhaltende Krieg hinterlässt bei vielen Menschen tiefe Spuren. Immer mehr Ukrainer:innen nehmen Antidepressiva, um den belastenden Alltag zu bewältigen. Eine Umfrage zeigt alarmierende Ergebnisse: 77 % der Befragten leiden unter Stress oder starker Nervosität, und 40 % benötigen psychologische Hilfe. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Statistiken wider, denn laut einer Analyse von WOZ ist der Verbrauch von Antidepressiva in der Ukraine 2023 um 75 % im Vergleich zu 2021 gestiegen.

Tania Kamenewa, die am 24. Februar 2022 von Charkiw nach Lwiw floh, versucht, Spenden für die Armee und Unterkünfte für Geflüchtete zu organisieren, kämpft jedoch selbst mit den Herausforderungen der psychischen Belastungen. Der Kontrast zwischen anfänglicher Hoffnung und der Erschöpfung nach fast drei Jahren Krieg ist für viele spürbar. Auch Bohdan Kinaschtschuk hat während des Konflikts traumatische Erlebnisse durchlebt, die bei ihm Angst- und posttraumatische Belastungsstörungen ausgelöst haben.

Ein Blick in die Zukunft

Kathi Kainz sprach beim Hietzinger Neujahrsempfang über die Bedeutung von Solidarität und Verantwortung, die über Bezirks- und Landesgrenzen hinausgeht. Ihr Engagement für das Spitals- und Rehabilitationszentrum „Unbroken“ zeigt, wie wichtig es ist, auch hierzulande aktiv zu helfen. Bei dieser Veranstaltung wurden 1.655 Euro gesammelt, ein Zeichen der Wertschätzung für ein sicheres Leben, fern von Luftalarm-App und ständiger Vorsichtsmaßnahmen. Es ist klar, dass die mentalen Wunden, die dieser Krieg hinterlassen hat, auch in Zukunft Heilung benötigen werden.

Die Herausforderungen, vor denen Lwiw steht, sind enorm. Die Rückkehr der Soldaten und die Integration der verwundeten und psychisch belasteten Menschen erfordern umfassende Maßnahmen. Doch in Zeiten des Krieges zeigt sich auch die Stärke der Gemeinschaft: Unterstützung, Solidarität und der Wille, gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten, sind die Anker, die die Menschen in Lwiw so dringend brauchen.