Heute ist der 26.02.2026 und wir werfen einen Blick auf die Situation in Lwiw, einer Stadt in der Ukraine, die derzeit vor enormen Herausforderungen steht. Der anhaltende Krieg hat das Leben der Menschen dort tiefgreifend beeinflusst. Rund 58.000 Menschen aus Lwiw kämpfen an der Front, während Hunderttausende Binnenflüchtlinge aus dem Osten der Ukraine Schutz in dieser Stadt gesucht haben. Lwiw muss sich an die veränderten Bedingungen anpassen und öffentliche Bunker bereitstellen, da nicht alle Menschen über eigene Keller verfügen.

Besonders bemerkenswert ist die Notwendigkeit, die Stadt barrierefrei zu gestalten. Viele verwundete Soldaten kehren ohne Arme oder Beine zurück, was die Stadtplanung sowie die Sozial- und Gesundheitssysteme stark beeinflusst. In diesem Kontext ist die mentale Gesundheit ein zentrales Thema. Institutionen wie Universitäten, NGOs, Frauenhäuser, das Rathaus und das Gebietsparlament setzen sich intensiv mit der psychischen Stabilität auseinander, die als Überlebensstrategie im Krieg betrachtet wird. Es wird versucht, die Bevölkerung zu unterstützen und Kriegsrückkehrer psychologisch aufzufangen. Kathi Kainz berichtete beim Hietzinger Neujahrsempfang von ihren Erfahrungen und betonte die Wertschätzung für ein sicheres Leben ohne Luftalarm-App und ständige Vorsichtsmaßnahmen. Zudem wurden 1.655 Euro für das Spitals- und Rehabilitationszentrum „Unbroken“ gesammelt, was die Bedeutung von Solidarität und Verantwortung über Bezirks- und Landesgrenzen hinaus unterstreicht.

Mentale Gesundheit in der Ukraine

Die mentale Gesundheit der Ukrainer:innen ist zunehmend besorgniserregend. Immer mehr greifen zu Antidepressiva, um den Alltag im Krieg zu bewältigen. Tania Kamenewa, eine 27-Jährige, floh am 24. Februar 2022 von Charkiw nach Lwiw und begann dort, Spenden für die Armee und Unterkünfte für Geflüchtete zu organisieren. Sie beschreibt den Kontrast zwischen anfänglicher Hoffnung und der Erschöpfung nach fast drei Jahren Krieg.

Beobachter:innen berichten von einer Krise der mentalen Gesundheit in der Ukraine. Laut „The Lancet“ leidet die Hälfte der Bevölkerung an posttraumatischen Belastungsstörungen. Eine Umfrage zeigt, dass 77 % der Befragten unter Stress oder starker Nervosität leiden und 40 % psychologische Hilfe benötigen. Kamenewa, die bereits vor der Invasion an klinischer Depression litt und weiterhin Antidepressiva einnimmt, ist nicht allein. Bohdan Kinaschtschuk, ein Journalist, der unter Angst- und posttraumatischen Belastungsstörungen leidet, beschreibt ebenfalls traumatische Erlebnisse, die zu seiner Erkrankung führten.

Herausforderungen und Perspektiven

Der Verbrauch von Antidepressiva in der Ukraine stieg 2023 um 75 % im Vergleich zu 2021. Diese Medikamente gehören mittlerweile zu den Top Ten der beliebtesten Arzneimittel in der Ukraine. Psychiater Taras Zlydennyi warnt jedoch vor Selbstmedikation und den Risiken, die mit der Einnahme von Antidepressiva verbunden sind. Diese sollten nur bei schwerer Depression verschrieben werden, sind jedoch oft ohne Rezept erhältlich. Sowohl Kamenewa als auch Kinaschtschuk erwarten, die Medikamente langfristig einnehmen zu müssen und glauben nicht, in ihre Heimatorte zurückkehren zu können.

Die Situation in Lwiw und der Ukraine verdeutlicht die enormen Herausforderungen, die der Krieg mit sich bringt. Die ständige Auseinandersetzung mit psychischen Belastungen und die Notwendigkeit, eine sichere und unterstützende Umgebung zu schaffen, sind für die Menschen in dieser Region von entscheidender Bedeutung. Es bleibt zu hoffen, dass die internationale Gemeinschaft und lokale Initiativen weiterhin Hilfe leisten werden, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und der Unterstützung in der Ukraine finden Sie in diesem umfassenden Artikel.