In Österreich wird seit 2018 aktiv an der Verbesserung der Frauengesundheit gearbeitet. Ein umfassender Aktionsplan, initiiert vom Gesundheits- und Frauenministerium, umfasst insgesamt 17 Wirkungsziele und 40 Maßnahmen. Diese werden von sogenannten „Focal Points“ in den Bundesländern unterstützt, die als Abteilungen im Landesamt oder in Frauengesundheitszentren fungieren. Der Plan behandelt wichtige Themen wie altersspezifische Fragestellungen, gendergerechte Gesundheitsversorgung und Gesundheitsforschung. In den letzten Jahren gab es Fortschritte in Bereichen wie Schwangerschaft und Geburt, was die Relevanz dieses Aktionsplans unterstreicht. Allerdings bleiben einige Themen, wie die Versorgung älterer Frauen, unzureichend bearbeitet. Ein Kurzbericht zur Menopause soll hier Abhilfe schaffen und die Evidenzlage verbessern. Außerdem wird der Einsatz von digitalen Systemen und Künstlicher Intelligenz als entscheidend für die Informationsverbreitung über Frauengesundheit erachtet. Mehr Informationen finden Sie in einem Artikel auf Ärzteblatt.

Im Nachbarland Schweiz hat die Politikerin Laurence Fehlmann Rielle 2019 die Berücksichtigung der Frauengesundheit im Parlament angestoßen. Der Schweizer Bundesrat reagierte darauf, indem er einen Bericht veröffentlichte, der sechs Hauptproblembereiche identifiziert, in denen Frauen benachteiligt sind. Ein Beispiel dafür ist eine Umfrage in Zürich, die ergab, dass 63% der Frauen unter starken Menstruationsbeschwerden leiden. Diese Erkenntnisse machen deutlich, wie wichtig eine geschlechtsspezifische Betrachtung in der Gesundheitsforschung ist. Christine Bigler von der Universität Bern fordert mehr Forschung auf diesem Gebiet, um die Bedürfnisse von Frauen besser zu verstehen und zu adressieren. In einigen Schweizer Städten gibt es bereits Menstruationsdispens für städtische Angestellte, was einen ersten Schritt in die richtige Richtung darstellt.

Forschung und geschlechtersensible Medizin

Die Notwendigkeit geschlechtersensibler Medizin wird durch die Tatsache unterstrichen, dass weibliche und männliche Körper sich bis auf zellulärer Ebene unterscheiden. Frauen benötigen oft andere medizinische Behandlungen, Dosierungen und ärztliche Wachsamkeit als Männer. Historisch gesehen richtete sich die medizinische Forschung lange Zeit vorrangig nach dem männlichen Körper, wodurch eine systematische Gesundheitslücke – die Gender Health Gap – entstanden ist. Diese Lücke kann zu falschen Diagnosen und damit zu schlechterer Behandlung führen.

In Österreich und darüber hinaus wird deshalb intensiv an der Schließung dieser Datenlücke gearbeitet. Das BMFTR fördert aktuell 43 Forschungsprojekte mit rund 5,7 Millionen Euro, um mehr Erkenntnisse über geschlechtersensible Gesundheitsfragen zu gewinnen. Auch an Hochschulen wird verstärkt auf geschlechtersensible Medizin gesetzt. Immer mehr Lehrstühle werden eingerichtet, und geschlechts- sowie genderspezifische Analysen sind mittlerweile in der EU für Forschungsprojekte verpflichtend. Diese Entwicklungen sind nicht nur für Frauen von Bedeutung, sondern auch für Männer und nicht-binäre Menschen. Eine bessere Erforschung von Frauengesundheit kann letztlich auch die Gesundheit anderer Geschlechter verbessern.

Datenverarbeitung und Datenschutz

Ein weiterer bedeutender Aspekt in der digitalen Welt der Frauengesundheit ist der Datenschutz. Auf Plattformen wie dem Frauengesundheitsportal wird Matomo zur Webanalyse verwendet, um das Angebot zu optimieren. Dabei werden Daten wie IP-Adresse, Gerätetyp oder aufgerufene URLs anonymisiert erfasst. Die Speicherung erfolgt nur für 90 Tage, und es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Nutzer können ihre Einwilligung zur Datenerfassung jederzeit widerrufen, was den Datenschutz der Nutzenden sichert und die Rechtmäßigkeit der bisherigen Datenverarbeitung unberührt lässt.

Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen der Frauengesundheit in Österreich und der Schweiz ernst genommen werden. Durch gezielte Maßnahmen, Forschung und den Einsatz digitaler Technologien wird daran gearbeitet, die Gesundheitsversorgung für Frauen zu verbessern und geschlechtsspezifische Fragestellungen in der Medizin zu adressieren. Diese Entwicklungen sind nicht nur für die Frauen selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung.