Heute, am 6. März 2026, feierte das Volkstheater Wien mit der Premiere von „FOMO. Liebeserklärung an die Angst unserer Zeit“ ein eindrucksvolles Debüt. Inszeniert von Ran Chai Bar-zvi, thematisiert das Stück die allgegenwärtige Angst des Verpassens, die durch die digitale Welt und insbesondere durch soziale Medien verstärkt wird. FOMO, ein Akronym für „fear of missing out“, beschreibt den zwanghaften Drang, ständig online zu sein und die eigenen Möglichkeiten zu maximieren. Diese Angst wird als individuelles Symptom einer kollektiven Krankheit betrachtet, die in der heutigen Zeit immer mehr Menschen betrifft.

Die Inszenierung nutzt sieben Bildschirme auf der Bühne, um Raum und Zeit zu vernachlässigen. Die Hauptfigur, gespielt von Andrej Agranovski, hat eine problematische Beziehung zu ihrem digitalen Selbstbild. Agranovski verdeutlicht, wie die ständige Verfügbarkeit von Möglichkeiten zu einer Entscheidungsunfähigkeit führt. Ein zentraler Satz des Stücks: „Nichts ist wirklich nur für mich“, reflektiert den Selbstverlust, den viele im Digitalkapitalismus erfahren. Das Stück hat eine Laufzeit von 1 Stunde und 20 Minuten ohne Pause und bietet einen kritischen Blick auf digitale Ablenkung, Grindr-Dates und sogar Zauberei.

Der Einfluss von Social Media auf unsere Psyche

FOMO wird durch soziale Medien wie Instagram und TikTok gefördert, die es den Nutzern ermöglichen, die Erlebnisse anderer zu beobachten und dabei ständig im Vergleich zu stehen. Das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit spielt eine zentrale Rolle und wird durch die zeitlich begrenzte Verfügbarkeit von Inhalten verstärkt. Empirische Studien zeigen, dass FOMO mit problematischer Nutzung von sozialen Medien assoziiert ist und negative Emotionen verstärken kann. Dies führt oft zu Defiziten in der Belohnungserwartung und kann psychopathologische Symptome wie Depressivität und soziale Ängstlichkeit fördern, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Die Adressierung von FOMO könnte hilfreich sein, um die problematische Nutzung sozialer Medien, insbesondere bei jungen Menschen, zu reduzieren. Wichtige Maßnahmen umfassen den Aufbau von Resilienz und eine kontrollierte Nutzung sozialer Medien. In diesem Kontext ist es besonders bemerkenswert, dass „FOMO“ nicht nur ein individuelles Problem darstellt, sondern durch die allgegenwärtige digitale Vernetzung auch gesellschaftliche Dimensionen annimmt.

Ein zeitgenössisches Phänomen

Seit FOMO in den 2010er-Jahren in den Medien auftauchte, ist es zu einem digitalen Phänomen geworden, das ortsunabhängig auftritt. Die Angst, etwas zu verpassen, ist klar mit der Nutzung von sozialen Medien assoziiert und zeigt, wie stark diese Plattformen unser tägliches Leben beeinflussen. Die Inszenierung von „FOMO“ am Volkstheater Wien bietet nicht nur Unterhaltung, sondern auch einen dringend benötigten Diskurs über die Herausforderungen, die das digitale Zeitalter mit sich bringt.

Für weitere Informationen über die psychologischen Auswirkungen von FOMO und den Einfluss von Social Media auf unsere mentale Gesundheit können Sie die umfassenden Analysen auf neuronup.com und bidt.digital nachlesen.

Für alle, die die aktuelle Debatte um digitale Ablenkungen und die Angst des Verpassens hautnah erleben möchten, ist „FOMO“ am Volkstheater Wien ein Pflichttermin. Die Premiere hat eindrucksvoll gezeigt, wie Theater auch als Spiegel unserer Zeit fungieren kann, indem es relevante gesellschaftliche Themen aufgreift und zur Diskussion anregt.