Ein Phänomen, das den Puls der Zeit trifft: „FOMO“. Hinter diesem Akronym verbirgt sich die „fear of missing out“, die Angst, etwas zu verpassen. Diese zeitgenössische Sorge wird nicht nur von den sozialen Medien befeuert, sondern beeinflusst auch unser tägliches Leben. Am 5. März 2026 feierte das Stück „FOMO. Liebeserklärung an die Angst unserer Zeit“ von Ran Chai Bar-zvi seine Premiere am Volkstheater Wien, und beleuchtet eindrucksvoll die Schattenseiten unserer digitalisierten Welt.

Das Theaterstück thematisiert die digitale Ablenkung, die unzähligen Grindr-Dates und einen Hauch von Zauberei. Auf der Bühne kommen gleich sieben Bildschirme zum Einsatz, die Raum und Zeit zu vernachlässigen scheinen. Der Hauptcharakter, brillant verkörpert von Andrej Agranovski, kämpft mit der Problemstellung seines digitalen Selbstbildes, und zeigt die Folgen der ständigen Verfügbarkeit von Möglichkeiten – entscheidungsunfähig zu werden. Ein bewegender Satz des Stücks fasst das Dilemma zusammen: „Nichts ist wirklich nur für mich.“ Dieses Werk ist nicht nur eine künstlerische Darbietung; es ist ein tiefgehendes Nachdenken über den Selbstverlust im Digitalkapitalismus und die kollektive Krankheit, die durch FOMO ausgelöst wird.

FOMO: Die Angst der digitalen Generation

Doch was steckt wirklich hinter dieser Angst, etwas zu verpassen? FOMO beschreibt die Besorgnis, kinobehinderte Abenteuer zu verpassen, während andere sie genießen. Besonders intensiv erleben dies junge Menschen und Frauen, die in der heutigen Welt der sozialen Medien oft einem enormen Druck ausgesetzt sind. Plattformen wie Instagram und TikTok verstärken diesen Eindruck weiter, indem sie es den Nutzern ermöglichen, die Erlebnisse anderer zu beobachten, während sie selbst vielleicht abseits stehen.

Die Nutzung dieser sozialen Medien hat sich als zweischneidiges Schwert erwiesen. Einerseits hilft sie, soziale Kontakte zu pflegen, andererseits kann sie auch negative Emotionen wie Depression und soziale Ängstlichkeit schüren, wie Studien zeigen. Ein Kreislauf, der kaum zu durchbrechen scheint – die permanente Verbindung führt häufig zu einer ständigen Selbstprüfung und Unterbrechung im Alltag. FOMO wird so zum Risikofaktor für die Entwicklung einer problematischen Nutzung von sozialen Medien und kann fatale Folgen für das digitale Wohlbefinden haben.

Der Weg aus der FOMO-Falle

Es gibt Hoffnung: Die gezielte Auseinandersetzung mit den Symptomen von FOMO könnte helfen, die problematische Nutzung vor allem bei jungen Menschen zu reduzieren. Der Aufbau von Resilienz sowie eine kontrollierte Nutzung sozialer Medien sind dabei wichtige Maßnahmen. Wie Ran Chai Bar-zvi in seinem Stück eindrucksvoll thematisiert, gilt es, sich der eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden und einen gesunden Umgang mit der digitalen Welt zu finden.

Mit „FOMO“ setzt das Volkstheater ein Zeichen, das weit über die Bühne hinausgeht und das Publikum auffordert, sich mit der eigenen digitalen Identität auseinanderzusetzen. Den Mut zur Selbstreflexion zu finden, könnte der Schlüssel sein, um aus der digitalen FOMO-Falle auszubrechen – ein wichtiger Schritt in unserer schnelllebigen Zeit.

Für weitere Informationen über FOMO und derenAuswirkungen auf die psychische Gesundheit, besuchen Sie neuronup.com und bidt.digital.

In diesen Zeiten, in denen die digitale Welt allgegenwärtig ist, lädt uns das Volkstheater Wien ein, innezuhalten und darüber nachzudenken, was wir wirklich verpassen – und ob es die Mühe wert ist.