In Wien-Floridsdorf kam es im November 2025 zu einem dramatischen Vorfall, bei dem ein Arbeiter angeschossen wurde. Der Verdächtige, ein Hausbesitzer, steht nun wegen versuchten Mordes vor Gericht. Die Anwältin des 53-Jährigen, Astrid Wagner, hat die Anklage bestätigt, die jedoch noch nicht rechtskräftig ist. Ein Termin für die Verhandlung steht bislang noch nicht fest. Der Hausbesitzer hat bereits angekündigt, sich nicht des Mordversuchs schuldig bekennen zu wollen.
Der Vorfall ereignete sich, als der Hausbesitzer in Streit mit dem späteren Opfer und sieben weiteren Arbeitern geriet. Diese Arbeiter, allesamt Rumänen, führten Reparaturarbeiten am Dach und Carport des Hauses durch und forderten mehr als 14.000 Euro für ihre Dienste. Einige Tage nach dem Streit verlangten die Arbeiter noch mehr Geld für Arbeiten, die nicht angefragt worden waren, was schließlich zu einem Betrugsvorwurf führte. Ein weiterer Punkt, der in diesem Zusammenhang bemerkenswert ist: Keiner der Arbeiter konnte einen Gewerbeschein vorweisen.
Der Vorfall und die Folgen
Zum Zeitpunkt der Tat hatte der Hausbesitzer 1,4 Promille Alkohol im Blut. Zunächst feuerte er auf einen der Arbeiter und verletzte dabei dessen Fahrzeug, indem er die Heckscheibe beschädigte. Dieser Schuss löste einen Großeinsatz der Polizei aus, bei dem Sondereinsatzkräfte das Haus des Verdächtigen umstellten. Der Hausbesitzer ergab sich kurze Zeit später und gestand bei seiner Festnahme die Schussabgaben.
In Wien sind Gewalttaten und Kriminalität ein immer wiederkehrendes Thema. Im Jahr 2024 gab es fast 200.000 Anzeigen, was einem Anstieg von 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme der Gewaltkriminalität, die mit 31.006 Anzeigen um 5,02 % gestiegen ist. Dies spiegelt die allgemeine Tendenz wider, dass die Kriminalitätsrate in der Stadt zunehmend ansteigt.
Die aktuelle Sicherheitslage in Wien
Die Zahl der geklärten Delikte liegt zwar bei 84.696, was höher ist als im Jahr 2023, jedoch sank die Aufklärungsquote leicht von 44,3 % auf 43,4 %. Ein besorgniserregender Trend ist auch der Anstieg der Fremden unter den Tatverdächtigen, der von 49,1 % im Jahr 2015 auf 57,1 % im Jahr 2024 gestiegen ist. Dies wirft Fragen zur sozialen Integration und den Lebensbedingungen in der Stadt auf.
Die Kriminalstatistik zeigt auch einen Anstieg bei Eigentumskriminalität, insbesondere bei Einbruchdiebstählen in Autos, die von 2.182 auf 4.909 Delikte gestiegen sind. Währenddessen sank die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser. Besonders auffällig ist der Anstieg der Fälle von Sozialleistungsbetrug, die um 17,5 % auf 2.626 Fälle zugenommen haben.
Die Stadt Wien reagiert auf diese Herausforderungen und hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zur „Kinder- und Jugendkriminalität“ eingerichtet, um die steigende Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen zu adressieren. Ziel ist es, die Anzahl der IT-Ermittler zu erhöhen und deren Ausbildung zur Bekämpfung von Cybercrime zu fördern.
Die Situation in Wien bleibt also angespannt, und die Entwicklungen rund um den Vorfall in Floridsdorf werfen Fragen nach der Sicherheit und dem sozialen Gefüge der Stadt auf. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Berichten von Kurier und ORF Wien. Eine umfassende Analyse der Kriminalität in Wien bietet zudem der Bericht von Heute.