Wien beschäftigt sich intensiv mit der dunklen Vergangenheit des Nationalsozialismus, insbesondere mit den grausamen Verhältnissen in den Konzentrationslagern. Ein zentraler Bestandteil dieser Geschichte ist das KZ Mauthausen, das durch zahlreiche Außenlager ergänzt wurde. Diese Lager sind in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Steiermark, Kärnten sowie vereinzelt in Salzburg und Bayern zu finden. Besonders markante Außenlager sind Gusen, Ebensee und Melk, die während des Krieges große Zahlen an Häftlingen beherbergten und von denen viele durch das Prinzip der „Vernichtung durch Arbeit“ zu Tode kamen. In Gusen II betrug die durchschnittliche Lebenserwartung der Internierten lediglich etwa vier Monate, wie Wikipedia berichtet.

Die Errichtung des Konzentrationslagers Mauthausen begann kurz nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938. Zwei Wochen später kündigte der Gauleiter von Oberösterreich, August Eigruber, die Gründung des Lagers an. Ursprünglich war es als Ort für die Inhaftierung politischer Gegner sowie als kriminell oder asozial geltende Personen vorgesehen. Der erste Gefangene kam am 8. August 1938 aus dem KZ Dachau nach Mauthausen, und das Lager nahm einen verheerenden Verlauf: Hunger, Willkür und Gewalt wurden zum Alltag der Häftlinge, wie die Gedenkstätte Mauthausen auf ihrer Webseite festhält.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Außenlager und ihre Bedingungen

Mit dem Ausbau des Lagersystems wurden auch zahlreiche Außenlager geschaffen, in denen die Häftlinge unter extrem harten Bedingungen arbeiten mussten. Ab Dezember 1939 entstand in der Nähe von Mauthausen das Zweiglager Gusen. In der Folge erlebte das Lager ein dramatisches Anwachsen, das tausende Menschen aus ganz Europa einbezog. Das System der Lager war so grausam, dass hier einige der höchsten Todesraten der gesamten NS-Geschichte verzeichnet wurden. Ab 1941 wurden sogar Gaskammern und andere tödliche Einrichtungen errichtet, um die gefangenen Menschen systematisch zu ermorden. Über 190.000 Menschen waren in diesen Lagern inhaftiert, von denen mindestens 90.000 nicht überlebten, so die Angaben von Mauthausen Memorial.

Ein besonders düsteres Kapitel ist die Tötungsanstalt Hartheim, die zwar unabhängig von Mauthausen operierte, jedoch im Rahmen der Aktion 14f13 tausende Häftlinge aus Mauthausen und Gusen dorthin brachte. Schätzungen zufolge wurden etwa 12.000 Menschen auf diesem Weg umgebracht. Die Lebensbedingungen in den Außenlagern waren unerträglich. Häftlinge wurden als „unnütz“ betrachtet, was sie in ständige Lebensgefahr brachte.

Ein bleibendes Erinnern

Der Tod und das Leid, die in den Lagern wie Mauthausen und Gusen stattfanden, spiegeln sich in vielen Erinnerungen wider. Nach dem Ende des Krieges, als die US-Armee am 5. Mai 1945 Gusen und Mauthausen erreichte, fanden sie eine menschenleere Hölle vor, in der viele Häftlinge durch Hunger und Krankheiten starben, selbst nach ihrer Befreiung. Um diesem Grauen zu gedenken, wird in Wien und darüber hinaus die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachgehalten. Viele Relikte und Dokumentationen zeugen von der Notwendigkeit, diese Geschichte nicht zu vergessen, damit sich solche Verbrechen nicht wiederholen.