Heute ist der 28.03.2026. In der dunklen Geschichte des Nationalsozialismus nimmt das Konzentrationslager Mauthausen einen besonders tragischen Platz ein. Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 markierte den Beginn einer systematischen Verfolgung, die schnell zu einer Einrichtung eines Konzentrationslagers in Mauthausen führte. Bereits zwei Wochen später kündigte der Gauleiter Oberösterreichs, August Eigruber, die Errichtung des Lagers an, das vor allem für die Inhaftierung politischer Gegner sowie als kriminell oder asozial bezeichnete Personengruppen vorgesehen war. Am 8. August 1938 wurden die ersten Gefangenen aus dem KZ Dachau nach Mauthausen überstellt, und die Häftlinge mussten unter unmenschlichen Bedingungen den Lagerbetrieb aufbauen.
Mauthausen entwickelte sich schnell zu einem zentralen Ort des Schreckens. Ab Dezember 1939 wurde das Zweiglager Gusen in der Nähe errichtet, das im Mai 1940 in Betrieb ging. Die Häftlinge litten unter Hunger, Willkür und Gewalt, während die SS zunehmend Außenlager zur Unterbringung der Gefangenen errichtete. Mittlerweile umfasst die Liste der Außenlager des KZ Mauthausen zahlreiche Lager in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Steiermark, Kärnten sowie vereinzelt in Salzburg und Bayern. Größte Außenlager waren in Gusen, Ebensee und Melk, wo das Prinzip der „Vernichtung durch Arbeit“ herrschte, was zu einer extrem kurzen Lebensdauer der Häftlinge führte – in Gusen II lag diese bei etwa vier Monaten.
Die Gräueltaten und Folgen
Die Lebensbedingungen in Mauthausen und seinen Außenlagern waren katastrophal. Neben den hohen Todesraten, die das Lager zu einem der tödlichsten machten, gab es auch spezifische Lagerstrukturen wie das Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach. Im Rahmen der Aktion 14f13 wurden tausende Häftlinge, geschätzte 12.000, aus Mauthausen und Gusen in die Tötungsanstalt Hartheim gebracht. Diese operierte unabhängig von Mauthausen, während in Mauthausen selbst ab 1941 eine Gaskammer und andere Einrichtungen zur systematischen Ermordung errichtet wurden.
Die SS setzte Häftlinge auch in der Rüstungsindustrie ein, was zu einem Anstieg der Opferzahlen führte. Gegen Ende des Krieges wurde Mauthausen Zielort für Evakuierungen aus frontnahen Lagern, was die Bedingungen weiter verschärfte. In den letzten Monaten vor der Befreiung, die am 5. Mai 1945 durch die US-Armee erfolgte, kam es zu einem Massensterben unter den Gefangenen. Von etwa 190.000 Gefangenen des KZ Mauthausen und seiner Außenlager starben in sieben Jahren mindestens 90.000.
Beispiele für Außenlager
Die Liste der Außenlager zeigt die schockierende Reichweite dieser Gräueltaten:
| Lagername | Tätigkeit | Internierte | Tote</th | Inbetriebnahme | Schließung/Befreiung |
|---|---|---|---|---|---|
| KZ-Außenlager Passau I | Bau eines Unterwasserkraftwerks | 88 | 3 | 19.10.1942 | 02.05.1945 |
| KZ Gusen I | Arbeit in Steinbrüchen | 11.480 | 44.602 | 25.05.1940 | 05.05.1945 |
| KZ Ebensee | Stollenbau für Raketenentwicklung | 18.437 | 8.500 | 08.11.1943 | 06.05.1945 |
Einige Lager hatten zudem spezifische Gruppen von Häftlingen, wie das Frauenlager in Schloss Mittersill, das ausschließlich Zeuginnen Jehovas beherbergte. Die Quellenlage zu einigen Lagern ist oft unvollständig, was zu fehlenden Einträgen in den Tabellen führt. Die grausamen Umstände und die unvorstellbaren Leiden der Häftlinge mahnen uns, die Geschichte nicht zu vergessen. Für mehr Informationen über die Gräueltaten in Mauthausen und die verschiedenen Außenlager, können Sie die umfassende Liste der Außenlager des KZ Mauthausen auf Wikipedia einsehen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das KZ Mauthausen und seine Außenlager nicht nur ein Kapitel der österreichischen Geschichte darstellen, sondern auch ein Mahnmal für die Menschheit, das uns an die dunklen Seiten der Vergangenheit erinnert. Weitere Informationen zur Geschichte können auf der Seite des Mauthausen Memorials gefunden werden: Das Konzentrationslager Mauthausen 1938-1945.